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16:11 22.02.2018
In Sachsen sind die Job-Möglichkeiten für Flüchtlinge noch rar gesät Quelle: dpa
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Dresden

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hofft auf mehr Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge. „Das fördert die Integration und bringt Menschen zusammen“, sagte sie in Dresden. Wichtig sei dabei die Vermittlung von Sprachkenntnissen. Zudem sollten die Beschäftigungen eine erste beruflichen Orientierung ermöglichen. In den Städten und Landkreisen sind solche Jobs allerdings noch vergleichsweise knapp.

Im Landkreis Mittelsachsen gab es im vergangenen Jahr 137 Arbeitsgelegenheiten - Dolmetscherdienste, die Reinigung von Räumen in Unterkünften, Hilfstätigkeiten wie der Aufbau von Möbeln oder Einsätze in der Kleiderkammer. Aktuell leben dort rund 3000 Asylbewerber. Eine Ausweitung der Maßnahmen würde unterstützt, hieß es. Der Landkreis Leipzig steht bei der Beschäftigung von Flüchtlingen und Ausländern hingegen noch am Anfang. Es seien zwei Pilotprojekte geplant.

Sechs Beschäftigungen bietet nach eigenen Angaben der Landkreis Bautzen in der Oberlausitz, die sich neun von mehr als 3000 Asylbewerbern teilen müssen. Drei von ihnen machen im Konrad-Zuse-Computermuseum in Hoyerswerda bei der Neukonzeption der Ausstellung mit. Andere seien im Kreisarchiv, bei Begegnungsprojekten wie einer Fahrradwerkstatt oder in der Landschaftspflege tätig. Das Interesse der Asylbewerber sei „geteilt“. Aber diejenigen, die Arbeiten übernommen hätten, seien zuverlässig. Für den Erzgebirgskreis wurden 22 Arbeitsgelegenheiten genannt - vor allem in der Garten- und Landschaftspflege, in der Forstwirtschaft und auf einem Freizeitgelände.

„Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist nicht einfach“, sagte ein Sprecher der Landeshauptstadt Dresden. Ein privater Verband, „Netzwerkpraktika für Flüchtlinge“, vermittelt seit März Asylbewerber in Praktika bei etwa 20 Unternehmen in der Stadt - vom Inneneinrichter über Bauunternehmen bis zur Pharma-Firma. „Die Asylbewerber können die Firmen nacheinander durchlaufen“, erklärte Johannes von Korff, der das Netzwerk mit organisiert. Das sei wie ein Schnupperkurs. „Die Asylbewerber können testen, welche Arbeiten ihnen liegen. Es ersetzt aber keine Ausbildung.“

Die ersten zehn Praktikanten aus Syrien, Afghanistan und Eritrea haben gerade ihre Praktika beendet. Ein weiteres Unternehmen bietet Sprachkurse an. Auf Mini-Job-Basis bildet eine Bäckerei eine Iranerin und einen Marokkaner aus, und ein Friseursalon in der Dresdner Neustadt hat einen Syrer eingestellt. Mehr als 70 junge Asylbewerber zwischen 18 und 27 Jahren werden aktuell in an zwei beruflichen Schulzentren auf eine reguläre berufliche Ausbildung vorbereitet.

„Die Asylbewerber sind sehr motiviert, pünktlich und höflich“, lobte die Stadtverwaltung Chemnitz. Sie seien dankbar, eine Aufgabe zu haben. Aktuell bietet die Stadt 107 Jobs, davon 41 in kommunalen Einrichtungen. Das Interesse bei den Asylbewerbern sei grundsätzlich groß, wurde im Landratsamt Zwickau bestätigt. Der Kreis fördert nach eigenen Angaben 74 Arbeitsgelegenheiten.

Von LVZ

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