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Kartellamt will Gazprom-Einstieg bei Leipziger Gasversorger VNG freigeben

Kartellamt will Gazprom-Einstieg bei Leipziger Gasversorger VNG freigeben

Das Bundeskartellamt will die Minderheitsbeteiligung des russischen Staatskonzerns Gazprom am größten ostdeutschen Gasversorger VNG (Leipzig) freigeben. Ein entsprechender Verfügungsentwurf sei an die beteiligten Unternehmen übersandt worden, berichtete das Kartellamt am Freitag in Bonn.

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Überangebot und hoher Preisdruck auf den Märkten haben den Gewinn bei Deutschlands drittgrößtem Gasimporteur Verbundnetz Gas (VNG) deutlich schrumpfen lassen.

Quelle: André Kempner

Bonn/Leipzig. Sie können nun vor einer endgültigen Entscheidung bis zum 25. Januar Stellung nehmen. Gazprom plant laut Kartellamt eine Erhöhung seiner Beteiligung an der VNG auf 10,52 Prozent. Das Kartellamt, das erstmals intensiv den Gasimport beleuchtete, hat keine Wettbewerbsbedenken.

Die Beteiligungsverdopplung erfolgte nach einem Bericht des „Handelsblatts“ bereits vor zwei Jahren, wobei Gazprom zunächst auf einen Teil seiner Stimmrechte verzichtet habe, um eine kartellrechtliche Kontrolle zu vermeiden. Die Einschränkung der Stimmrechte sei befristet gewesen, so dass nun eine Kartellprüfung fällig geworden sei.

Das Bundeskartellamt begründete seine Entscheidung damit, dass mit der Gazprom-Minderheitsbeteiligung an der VNG keine nachteilige Verstärkung der Marktposition Gazproms einhergeht. Zusammen mit der bestehenden Beteiligung von 15,79 Prozent der BASF-Tochter Wintershall sieht das Amt im Einstieg Gazproms nur einen gemeinsamen wettbewerblich erheblichen Einfluss auf VNG. Wintershall ist ein Gazprom-Partner und arbeitet mit dem russischen Unternehmen in mehreren Gemeinschaftsunternehmen wie etwa Wingas zusammen.

Das Kartellamt geht auf dem Markt für die Förderung von Erdgas und dem Import nach Deutschland vorläufig von einem national auf Deutschland begrenzten Markt aus. Auf diesem Markt habe Gazprom einen Marktanteil von rund einem Drittel. Das niederländische Staatsunternehmen Gasterra und das norwegische Staatsunternehmen Statoil kämen auf jeweils rund 20 Prozent.

Das Kartellamt habe sich erstmals intensiv mit dem Gasimport befasst, erläuterte Präsident Andreas Mundt. „Auch wenn in diesem Verfahren die Frage der Marktbeherrschung nicht entscheidungsrelevant war und wir sie deshalb nicht abschließend bewerten werden, haben wir daraus wichtige Erkenntnisse für die Beurteilung etwaiger zukünftiger Fusionspläne auf diesem Markt gewonnen.“

Neben Gazprom und Wintershall gehört die kommunale Beteiligungsgesellschaft VUB zu den Anteilseignern bei VNG. Größter Aktionär ist noch immer der Oldenburger Energieversorger EWE, der sein Aktienpaket allerdings an EnBW veräußern will. Die Übertragung der Anteile kam bislang allerdings noch nicht zustande.

dpa

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