Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Kartellamt will Gazprom-Einstieg bei Leipziger Gasversorger VNG freigeben
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Kartellamt will Gazprom-Einstieg bei Leipziger Gasversorger VNG freigeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:39 13.01.2012
Überangebot und hoher Preisdruck auf den Märkten haben den Gewinn bei Deutschlands drittgrößtem Gasimporteur Verbundnetz Gas (VNG) deutlich schrumpfen lassen. Quelle: André Kempner
Anzeige
Bonn/Leipzig

Sie können nun vor einer endgültigen Entscheidung bis zum 25. Januar Stellung nehmen. Gazprom plant laut Kartellamt eine Erhöhung seiner Beteiligung an der VNG auf 10,52 Prozent. Das Kartellamt, das erstmals intensiv den Gasimport beleuchtete, hat keine Wettbewerbsbedenken.

Die Beteiligungsverdopplung erfolgte nach einem Bericht des „Handelsblatts“ bereits vor zwei Jahren, wobei Gazprom zunächst auf einen Teil seiner Stimmrechte verzichtet habe, um eine kartellrechtliche Kontrolle zu vermeiden. Die Einschränkung der Stimmrechte sei befristet gewesen, so dass nun eine Kartellprüfung fällig geworden sei.

Das Bundeskartellamt begründete seine Entscheidung damit, dass mit der Gazprom-Minderheitsbeteiligung an der VNG keine nachteilige Verstärkung der Marktposition Gazproms einhergeht. Zusammen mit der bestehenden Beteiligung von 15,79 Prozent der BASF-Tochter Wintershall sieht das Amt im Einstieg Gazproms nur einen gemeinsamen wettbewerblich erheblichen Einfluss auf VNG. Wintershall ist ein Gazprom-Partner und arbeitet mit dem russischen Unternehmen in mehreren Gemeinschaftsunternehmen wie etwa Wingas zusammen.

Das Kartellamt geht auf dem Markt für die Förderung von Erdgas und dem Import nach Deutschland vorläufig von einem national auf Deutschland begrenzten Markt aus. Auf diesem Markt habe Gazprom einen Marktanteil von rund einem Drittel. Das niederländische Staatsunternehmen Gasterra und das norwegische Staatsunternehmen Statoil kämen auf jeweils rund 20 Prozent.

Das Kartellamt habe sich erstmals intensiv mit dem Gasimport befasst, erläuterte Präsident Andreas Mundt. „Auch wenn in diesem Verfahren die Frage der Marktbeherrschung nicht entscheidungsrelevant war und wir sie deshalb nicht abschließend bewerten werden, haben wir daraus wichtige Erkenntnisse für die Beurteilung etwaiger zukünftiger Fusionspläne auf diesem Markt gewonnen.“

Neben Gazprom und Wintershall gehört die kommunale Beteiligungsgesellschaft VUB zu den Anteilseignern bei VNG. Größter Aktionär ist noch immer der Oldenburger Energieversorger EWE, der sein Aktienpaket allerdings an EnBW veräußern will. Die Übertragung der Anteile kam bislang allerdings noch nicht zustande.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige