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Koch und Kellner gesucht: Fachkräftemangel in Sachsens Gastronomie

Mehr Beschäftigte Koch und Kellner gesucht: Fachkräftemangel in Sachsens Gastronomie

"Wegen Ruhetags geschlossen" - dies könnte in manchen Gegenden Sachsens künftig häufiger an den Türen von Gaststätten stehen. Der Branche fehlen Fachkräfte.

Leckere Speisen und eine flotte Bedienung sind in der sächsischen Gastronomie nicht mehr selbstverständlich: Fachkräfte fehlen. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Dresden. Leckere Speisen und eine flotte Bedienung sind in der sächsischen Gastronomie nicht mehr selbstverständlich. Obwohl dort immer mehr Menschen arbeiten, bleiben Fachkräfte knapp. "Die Betriebe suchen händeringend Lehrlinge und Beschäftigte", sagte der stellvertretende Sprecher der Landesarbeitsagentur, Heiko Wendrock, in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das gelte für die Essenszubereitung wie auch den Service. Die Chancen auf Ausbildung und Arbeit stünden in der Branche deshalb sehr gut. Die Unternehmen hätten es vergleichsweise schwer, offene Stellen zu besetzen. Etwa 53.400 Männer und Frauen waren den Angaben zufolge im Juli dieses Jahres im Gastgewerbe sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren etwa 1600 oder 3,1 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. "Der Zuwachs ist nicht ausreichend", stellte Wendrock fest.

Mehr Beschäftigte

Einschließlich Küchengehilfen waren den Angaben zufolge 2016 durchschnittlich fast 25.800 der Beschäftigten mit der Zubereitung von Speisen betraut, etwa 1800 mehr als 2014. Die Zahl der Köche stieg im gleichen Zeitraum nur leicht von etwa 14.150 auf fast 14.400. Der Beruf rangiert in der Ausbildungsstatistik an siebter Stelle, aber immer weniger Jungen und Mädchen wollen ihn erlernen. Die Zahl der Auszubildenden ging den Angaben zufolge von 1125 auf 1009 zurück. Im August dieses Jahres standen 427 Bewerbern 540 offene Stellen gegenüber.

"Es gibt ganz klar Fachkräftemangel", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- Gaststättenverbands (Dehoga) Sachsen, Axel Klein. "Guten Gastronomen stehen Tür und Tor offen." Viele Fachkräfte wanderten in den Westen oder ins Ausland ab, weil sie dort besser verdienten. "Wir können diese Löhne nicht zahlen." Andere wieder wählten später andere Jobs. Vor allem Gaststätten in ländlichen Regionen hätten es schwer.

Ruhetage oder keine Mittagsangebote

Das hat laut Klein Folgen: Gastwirtschaften etwa in der Sächsischen Schweiz oder auch der Lausitz hätten wegen fehlender Mitarbeiter wieder Ruhetage eingeführt oder die Mittagsversorgung eingestellt. "Es ist schon dumm, wenn die Leute vor verschlossener Tür stehen." Zudem mache die Bürokratie vor allem kleineren Unternehmen immer mehr zu schaffen. Viele Service-Kräfte kämen mittlerweile aus dem Ausland, in Sachsen meist aus dem benachbarten Tschechien. "Die sind hochmotiviert."

Der Sprecher der Industrie- und Handelskammer Dresden, Lars Fiehler, bestätigte den Trend. Seinen Angaben zufolge sind in den 15 Monaten des Jahres 2016 bis März 2017 landesweit 1781 gastronomische Betriebe hinzugekommen. Im gleichen Zeitraum gaben aus verschiedenen Gründen 1998 auf. Unterm Strich sei das ein Rückgang von 217. "Leider ist noch nicht zu sehen, wohin die Reise in diesem Jahr geht", sagte Fiehler. Laut Unternehmensregister gab es 2016 in Sachsen 9730 Gastronomiebetriebe.

Den Fachkräftemangel im Gastgewerbe bekommt nach und nach auch der Fremdenverkehr zu spüren. "Zusammen mit den sehr starren und unflexiblen Regelungen des Arbeitszeitgesetzes führt dies - so hören wir gelegentlich - tatsächlich dazu, dass einige Gastronomen sich entscheiden müssen, ob sie mittags oder abends öffnen", sagte die Chefin des Torusimusverbandes Erzgebirge. "Das schwächt auch das touristische Angebot."

LVZ

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