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Wirtschaft Regional Konkurrenz übernimmt Strecken - DB Regio baut in Mitteldeutschland Stellen ab
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14:07 23.07.2014
Die DB Regio will Stellen streichen. Quelle: dpa
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Leipzig

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit insgesamt rund 3100 Mitarbeiter.

"Ab Januar 2015 fallen 50 Stellen weg, im darauffolgenden Jahr 110 und Anfang 2017 nochmals 60." Auslöser des Strukturumbaus war das verlorene Rennen um das zweite S-Bahn-Netz durch den Leipziger City-Tunnel. Ursprünglich hatte die niederländische Abellio die Ausschreibung gewonnen. Doch dagegen klagte DB Regio erfolgreich und erbringt nun ab 2016 die S-Bahn-Leistungen im Umfang von jährlich 5,6 Millionen Zugkilometern. Allerdings verlor die Bahn-Tochter kürzlich unter anderem die Strecken Halle-Goslar und Stendal-Rathenow an Mitbewerber.

Und das Bahn-Unternehmen rechnet auch in den kommenden Jahren mit weiteren Streckenverlusten. Allein in diesem Jahr sollen knapp 25 Millionen Zugkilometer in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgeschrieben werden. Deshalb zieht die Führung den Strukturumbau wie geplant durch. "Wir fahren zurzeit 55 Millionen Zugkilometer, werden aber voraussichtlich nur 40 Millionen halten können", so Klingenhöfer.

Aufgaben werden gebündelt

Vier eigene Verkehrsbetriebe (Elbe-Saale, Mitteldeutschland, Thüringen und Südostsachsen) sind angesichts dieser Entwicklung zu viel. Aufgaben wie Planung, Marketing oder Personalverwaltung würden jetzt gebündelt. Zudem bilde man kleine Teams für die einzelnen Ausschreibungen. Diese sollen länderübergreifend agieren. Denn im Schienennahverkehr bestellen die Aufgabenträger, also die Länder, die Verkehrsleistungen. Und manche Linien und Netze verlaufen über Ländergrenzen hinweg. Klingenhöfer: "Der Umbau ist nötig, um wieder wettbewerbsfähig zu werden." Unabhängig von den Kürzungen in der Verwaltung kostet jede verlorene Ausschreibung weitere Jobs. Konkret geht es um Personal in den Zügen und in der Wartung.

Insbesondere in Thüringen hat DB Regio in den vergangenen sechs Jahren einen Großteil der Aufgaben an die Konkurrenz verloren - zuletzt das Saale-Thüringen-Südharz-Netz. Ab Januar 2016 fährt hier Abellio. "Für uns ist das eine schwierige Situation. Betroffen sind 450 unserer Mitarbeiter", so der Südost-Chef. Ein Teil davon soll zu Abellio wechseln, ein Teil geht in Altersteilzeit und ein weiterer kann sich auf bahninterne Stellen bewerben. Fest in der Region verwurzelten Mitarbeitern dürfte ein Arbeitsplatzwechsel in Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg allerdings schwer fallen. Das sieht auch Klingenhöfer so. Deshalb plädiert er für mehr soziale Gerechtigkeit. So sollten Aufgabenträger bei einem Betreiberwechsel darauf pochen, dass die Mitarbeiter von dem neuen Verkehrsunternehmen übernommen werden und weiterhin die gleichen Sozialstandards gelten.

Momentan sei es so, dass die Konkurrenten zwar nach Branchentarif bezahlten, die Löhne aber dennoch zwischen zehn und 30 Prozent unter denen der Bahn liegen würden. Klingenhöfer macht dafür auch unterschiedliche Auffassungen über die Arbeitszeit verantwortlich. Die DB bezahle auch den Weg des Lokführers bis zum Zug, bei einigen Konkurrenten gelte erst das Eintreffen am Gleis als Dienstbeginn.

Dem widerspricht Abellio, wo ebenfalls der Weg zum Einsatzort bereits als Arbeitszeit gelte. "Öffentliche Auftraggeber fordern mittlerweile branchenübliche Tarifverträge", sagt Stephan Krenz, Chef von Abellio Rail Mitteldeutschland. "Das führte in den letzten Jahren zur Angleichung der Bezahlung der Lokführer und Kundenbetreuer. Abellio zahlt gleiches Gehalt in Ost und West und wir legen Wert auf faire und ausgewogene Haustarifverträge." Die geringe Fluktuationsrate, so Krenz weiter, würde zeigen, "dass Arbeitnehmer bei Abellio zufrieden sind".

Andreas Dunte

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