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Leipziger Kreativ-Branche weiter im Aufwind - Künstler leben gern an der Pleiße

Leipziger Kreativ-Branche weiter im Aufwind - Künstler leben gern an der Pleiße

Leipzig profiliert sich als zukunftsträchtiger Markt für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Stadt zählt neben Dresden und Chemnitz zu den Motoren der Branche im Freistaat.

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Modedesignerin Sina Lähme fertigt ihre Taschen aus Kunstleder gerne in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Künstler, Grafikdesigner und Schmuckproduzenten fühlen sich wohl an der Pleiße.

"Die Kreativszene vor Ort ist vital ", bestätigt Ivo Zibulla mit Blick auf den Markt in der Messestadt. Der 33-Jährige ist Mitinhaber einer Agentur, die sich auf Markenberatung, Konzeption und Design spezialisiert hat. Ein mitgestaltender Kopf des hiesigen Kreativsektors. Zumal Zibulla auch als Vorstandschef des Vereins Kreatives Leipzig fungiert. Der Verband zählt rund 100 Mitglieder und versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 2010 als Interessenvertretungs- und Netzwerkorgan der Leipziger Branche. Dazu zählen Künstler, Designer, Filmemacher, Fotografen, Grafiker und Schmuckmanufakturen.

Ähnliche Verbände existieren in Dresden und Chemnitz. In allen drei Städten trägt die Kultur- und Kreativwirtschaft laut Angaben ihrer Vertreter etwa fünf bis sechs Prozent zur Gesamtwirtschaft bei - Tendenz steigend.

"Leipzig ist ein gefragter Zuzugsstandort für junge Menschen, die nicht zuletzt auch in der Kreativwirtschaft tätig werden", sagt Zibulla. Vorzugsweise unter Adressen wie dem Tapeten- und Westwerk in Lindenau und Plagwitz oder dem sogenannten Himbeerpalais in der Südvorstadt. Die Baumwollspinnerei in Neulindenau genießt inzwischen nicht nur überregionalen, sondern auch internationalen Ruf, was dort ansässige Kultur- und Kreativschaffende wie Neo Rauch oder Jim Whiting betrifft.

"Die Unternehmensstruktur in den einzelnen Teilbranchen ist kleinteilig, die Hierarchien innerhalb der Unternehmen sind oft flach", erklärt Zibulla. Ein möglicher Grund, weshalb das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit nur von 795 Betrieben in der Stadt spricht. 828 Firmen sollen es demnach in Dresden, 336 in Chemnitz sein. Der jüngste Wirtschaftsbericht der Kommune hält knapp 4000 Leipziger Betriebe dagegen.

Unberücksichtigt bleiben in den Statistiken zumeist die Klein- und Kleinstunternehmer, Einzelgänger, die nichtsdestotrotz den kreativen Wirtschaftsmotor ölen. "Die Branche agiert sehr eigenständig", bemerkt Zibulla, bemängelt allerdings mit Blick auf das große Ganze: "Die Wertschätzung unserer Leistungen innerhalb der Politik lässt noch zu wünschen übrig." Deswegen wollen die sächsischen Branchenvertreter ihre Interessen nun auf Landes- und Bundesebene bündeln, den Netzwerkgedanken somit weiterspinnen.

Derweil sieht Zibulla den lokalen Sektor bereits gut vernetzt mit Blick in Richtung Rathaus. "Wir stehen mit dem Amt für Wirtschaftsförderung in einem offenen Dialog", so der Vereinsvorsitzende. Auch im städtischen Kulturamt würden die Türen offen stehen. "Der Austausch mit der ist Kommune fruchtbar", befindet Zibulla, "aber es gibt noch viel zu tun."

 

Erfolgreiche Kreativbranche: Katja Großer, Sprecherin der sächsischen Kreativwirtschaftsverbände, rechnet mit mehr als 11000 Unternehmen landesweit. Die Frage sei, "wie viel größer das Wachstum ausfallen könnte, wenn die Politik beginnt, passende Förderinstrumente für die Branche zu entwickeln", so Großer.

Deshalb haben sich die einzelnen Verbände aus Dresden, Leipzig und Chemnitz jetzt auf einen Kooperationsvertrag geeinigt. So soll mehr Druck auf die Entscheidungsträger in Land und Bund ausgeübt werden, vor allem mit Blick auf die Landtagswahlen am 31. August. "Die Verbände wollen "das Gespräch mit den Parteien im Freistaat suchen", kündigt Großer an. Die Landesregierung erhebe derzeit keine eigenen Zahlen zur Branchenentwicklung. "Aus unserer Sicht ein klares Manko", moniert die Sprecherin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2014

Felix Kretz

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