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Leipziger Messe kratzt an der 100-Millionen-Marke

Halbjahresbilanz Leipziger Messe kratzt an der 100-Millionen-Marke

Die Geschäftsführung der Leipziger Messe hat eine positive Halbjahresbilanz gezogen, auch wenn der Sprung in die dreistelligen Umsätze in diesem Jahr wohl nicht nicht erreicht wird. Von den steigenden Umsätzen profitieren vor allem die Gesellschafter.

Die Glashalle der neuen Messe in Leipzig.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Den Sprung in den dreistelligen Millionenbereich beim Umsatz dürfte die Leipziger Messe in diesem Jahr verpassen. „Die Zahl von 2016 wird es nicht ganz“, sagte Martin Buhl-Wagner, der Sprecher der Geschäftsführung. Dabei wäre die zu nehmende Hürde relativ klein, denn im vorigen Jahr erzielte das Ausstellungsunternehmen den Rekordumsatz von 97,3 Millionen Euro (plus 17,4 Millionen Euro zum Vorjahr).

Zwei-Jahres-Schauen haben Auswirkungen auf den Umsatz

Doch Messen „sind ein zyklisches Geschäft“, begründete Buhl-Wagners Geschäftsführerkollege Markus Geisenberger. So manche Schau findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt, das hat Auswirkungen auf den Umsatz. Das Ergebnis 2016 sei aber fantastisch, meinte Geisenberger. Vor ein paar Jahren hätte niemand mit einer derartigen Größenordnung gerechnet. Und überhaupt „hat sich unser Niveau deutlich nach oben verlagert“, die Zeiten von Erlösen unterhalb von 80 Millionen Euro, früher an der Tagesordnung, seien überwunden.

Digitalisierung schadet Messe nicht

Nebenbei: Wäre die Automesse AMI 2016 mangels Beteiligung nicht abgesagt und ein für alle Mal beerdigt worden, wäre die magische 100-Millionen-Schallmauer durchbrochen worden. „Die Absage war schon ein negativer Höhepunkt“, räumte Buhl-Wagner ein. „So etwas wollen wir nicht oft erleben.“ Wobei jede Ausstellung eben eine begrenzte Lebensdauer habe, die in der schnelllebigen Zeit immer kürzer werde. Generell zeigt sich nach Einschätzung von Geisenberger, dass die Messebranche „relativ krisenresistent“ sei.

Die Digitalisierung und die zahlreichen Online-Aktivitäten führten eben nicht dazu, dass Ausstellungen altmodisch seien. „Die letztlich anonyme Onlinewelt“, sagte dazu Walter Mennekes, Vorsitzender des Messe- und Ausstellungsausschusses der deutschen Wirtschaft, „stößt offensichtlich zumindest in der Business-to-Business-Kommunikation an ihre Grenzen.“

Tatsächlich haben im vorigen Jahr in Deutschland die insgesamt 186 internationalen und nationalen Messen die Ausstellerzahlen um 1,5 Prozent auf 192 000 gesteigert, die Besucherzahl blieb mit 10,5 Millionen konstant. Nach vorläufigen Zahlen kamen die Messefirmen auf den Rekordumsatz von 3,8 Milliarden Euro. Auch bundesweit ist das Geschäft zyklisch. Mennekes erwartet für dieses Jahr einen Gesamtumsatz von 3,5 Milliarden Euro.

Nur zwei Wochenenden ohne Ausstellungen

Die fast beendeten ersten sechs Monate 2017 verliefen bei der Leipziger Messe mit ihren 400 Beschäftigten nach Auffassung von Geisenberger erfolgreich. „Es war ein heftiger Ritt durch die Veranstaltungen.“ Es habe, ergänzte Buhl-Wagner, lediglich zwei Wochenenden ohne Ausstellungen gegeben. Die Zeichen stehen gut, dass es im zweiten Halbjahr ähnlich weiterlaufen wird.

Zu den Höhepunkten dürften die World Dog Show – 25.000 Vierbeiner werden erwartet – und Ende Dezember das Treffen der Chaos-Computer-Community mit über 10.000 Teilnehmern werden. Mit der neuen Fachmesse Gefahrgut & Gefahrstoffe wird eine Branchenplattform rund um Transport und Logistik geschaffen.

Auch Aussichten für nächstes Jahr positiv

Im nächsten Jahr geht es mit Volldampf weiter. Der Welt-Tierärztekongress meldet ein Ausstellerplus. „Auch die Dream Hack und Partner Pferd versprechen einen gelungenen Auftakt“, sagte Buhl-Wagner. Auf der Leipziger Buchmesse sei Rumänien das Partnerland. Der Bildungsbereich werde dort mit der Themenreihe „Politik und Schule“ ausgebaut.

Alles in allem also eine durchaus positive Entwicklung. Davon profitierten im vorigen Jahr auch die beiden Gesellschafter, das Land Sachsen und die Stadt Leipzig. Ihr Zuschuss an die Messe, jeder zahlt die Hälfte, sank von 6,9 Millionen Euro auf 6,48 Millionen Euro.

Von Ulrich Milde

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