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Wirtschaft Regional Leipzigs Siemens-Werker empfangen Sparten-Chef Meixner
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00:20 16.12.2017
Protestaktion der Siemens Mitarbeiter vor dem Leipziger Werk. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Was seine Siemens-Werker von den Plänen halten, bekam Willi Meixner schon auf dem Weg zur Versammlung zu spüren. Dutzende Mitarbeiter standen Spalier, als er sich der alten Kantine näherte. Dort wollte der Chef der Siemens-Kraftwerkssparte den Mitarbeitern erstmals Rede und Antwort stehen, die geplante Standortschließung erklären.

Doch zunächst blickte er in ein Meer von rot-blauen Plakaten, dem im Stadtteil Plagwitz inzwischen allgegenwärtigen Motiv für den Erhalt des Werks. Und immer wieder ging ein Raunen als Klangteppich durch den Saal: „Wir bleiben hier.“ Die alte Montagsdemo-Losung haben die Siemensianer inzwischen zu ihrem Slogan gemacht.

Meixner war am Mittwoch direkt aus Erfurt angereist. Dort hatte er am Vormittag das Generatorenwerk besucht, für das Siemens einen Käufer sucht. Um 14 Uhr traf er dann im Verdichterwerk in Leipzig-Plagwitz ein, das sogar ganz schließen soll. Eine Stunde lang sprach Meixner mit den um ihren Standort bangenden Mitarbeitern, danach noch einmal gut 30 Minuten mit dem Betriebsrat. Von den 270 Mitarbeitern waren mehr als 200 bei der Versammlung in der einstigen Betriebskantine, die jetzt als Versammlungssaal dient, dabei. Die Produktion ruhte solange.

Produktion soll nach Duisburg verlagert werden

Viel Neues habe Meixner aber nicht erzählt, sagte anschließend Betriebsratschef Thomas Clauß im Gespräch mit der LVZ. Immerhin: Anders als bisher argumentierte Meixner nicht mehr mit den Problemen im weltweiten Kraftwerksgeschäft. Denn das spielt in Leipzig nur eine kleine Rolle. Hier werden Verdichter gebaut, die in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. „Jetzt wird argumentiert, dass es auch in der Verdichterbranche weltweit Überkapazitäten gibt“, berichtet Clauß. Deshalb müsse Siemens seine Kapazitäten bündeln. „In Europa soll das in Duisburg geschehen.“ Die Produktion aus Leipzig würde dann dorthin verlagert.

„Die Pläne sind nach den Erläuterungen nicht nachvollziehbarer – und schon gar nicht alternativlos“, schimpfte Clauß. „Wir fühlen uns dadurch eher angespornt, am Ende mit dem besseren Konzept zu überzeugen.“ Zusammen mit der IG Metall arbeitet der Betriebsrat längst an einem eigenen Konzept für den Standort. Meixner will ihnen dabei zumindest keine Steine in den Weg legen. Der Spartenchef habe sogar Unterstützung zugesagt: Eine externe Beratungsfirma, die der Betriebsrat an Bord holen will, soll vom Unternehmen bezahlt werden, sagte Clauß. „Und wir bekommen vollen Zugang zu allen Informationen, die wir brauchen.“

Hinzu komme eine ganz wichtige Zusage: „Meixner hat zugesagt, dass hier keine Fakten geschaffen werden, bevor die Verhandlungen abgeschlossen sind.“ Damit werde sich Siemens auch weiter darum kümmern, dass es neue Aufträge gibt. Bis Ende 2018 ist das Werk aber ohnehin schon voll ausgelastet.

160 Fotos und aktuelle LVZ im Weihnachtspaket

Insgesamt sei es ein „vernünftiger Dialog“ in ruhiger Atmosphäre gewesen, lobte Clauß. Und auch Meixner habe im Nachgespräch das konstruktive Auftreten der Belegschaft gelobt. Und zum Abschluss überreichten die Mitarbeiter ihrem Spartenchef noch ein ganz besonderes Weihachtspaket: 160 Bilder von Mitarbeitern, die im Oktober bei einer Fotoaktion entstanden waren. „Und auf die Rückseite hat jeder eine persönliche Widmung geschrieben.“ Spontan mit eingepackt hat Clauß dann noch die Mittwoch-Ausgabe der LVZ. Schließlich zeigte die als Titelfoto die jüngste Kunstaktion im Stadtteil für den Erhalt des Werks.

Einen Korb holte sich dagegen Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht. Der hatte Meixner anschließend ins Rathaus eingeladen. „Bedauerlicherweise wurde der angebotene Termin abgesagt.

Von Frank Johannsen

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