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Wirtschaft Regional Letzter Akt der großen Erneuerung im Leipziger Nexö-Heim
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23:59 05.10.2014
Rings um vier grüne Höfe ist in Stötteritz eine moderne Einrichtung zur Pflege und Betreuung älterer Menschen entstanden. Quelle: LVZ

Seit der politischen Wende 1989 sank die Platzzahl stetig, wandelten sich Strukturen, wurden Millionen in die Hand genommen, um moderne Bereiche für eine zeitgemäße, optimale Pflege beziehungsweise Betreuung betagter Bürger zu schaffen. Jetzt fiel der Startschuss für die Sanierung von Haus 2. "Das ist der letzte Akt zur baulichen wie inhaltlichen Erneuerung des früheren DDR- Feierabendheimes", sagt Stefan Eckner, der Geschäftsführer der Städtischen Altenpflegeheime Leipzig gGmbH (SAH), die das Nexö-Heim betreibt.

Das Gebäude-Ensemble besteht aus fünf Häusern und vier Verbindungstrakten. "Die Einmaligkeit und architektonische Geschlossenheit eines Heimkomplexes dieser Größe begründet durchaus dessen Bewertung als städtebauliches Denkmal", findet Eckner. Gerade der Saalbau, aber auch der Nordgiebel von Haus 1 würden als stadtraumprägende Akzente in ihrer stilistischen Eigenart vielfach wahrgenommen. Doch das alles wischt eine Tatsache nicht vom Tisch: "Der bauliche Zustand zur Wendezeit war einfach schlimm. Der völlig unzureichende Ausbaustandard entsprach in keiner Weise den Anforderungen einer modernen Altenpflege", sagt Eckner. Als eine der allerersten Maßnahmen sei damals in jenem Haus 2, das jetzt zur Sanierung ansteht, der Brandschutz erneuert und überhaupt erst mal ein Aufzug eingebaut worden.

Dennoch war man sich damals schnell einig: Eine langfristige Nutzung des Gesamtkomplexes als Pflegeheim in dieser Dimension komme nicht mehr infrage. "Es wurde entschieden, die Altenpflege künftig auf die Häuser 3 und 4 sowie die Trakte 2, 3 und 4 zu beschränken", erläutert Eckner. Gleich Anfang der 1990er-Jahre habe der Freistaat Sachsen umgerechnet knapp 21,4 Millionen Euro bereitgestellt, um in den genannten Nexö-Objekten die "Pflegeeinrichtung Martin Andersen Nexö" herzurichten. Im Trakt 1 entstanden derweil Appartements.

Zwischen 2007 und 2008 waren dann der Saalbau und das Haus 5 fällig. Nach Abbruch mehrerer Gebäudeachsen des Hauses entstanden entlang der Kregelstraße zwei Wohnhäuser mit je 24 altersgerechten Wohnungen. Im Erdgeschoss des Saalbaus zog ein Bürgerzentrum ein; hinzu kamen Verwaltungs- und Schulungs- sowie diverse Gewerberäume. Das Dachgeschoss mit dem ehemals großen Saal beherbergte fortan ein Archiv des Sozialamtes.

2008 nahm sich die SAH schließlich das Haus 1 vor. Auch das galt es von Grund auf umzukrempeln, um es fortan ebenfalls für Büro-, Verwaltungs- und Schulungszwecke nutzen zu können.

Bleibt am Ende noch das - wie Haus 1 bis 1960 erbaute - Haus 2 als einziger bis heute nicht sanierter Gebäudeteil; inklusive des früheren Haupteingangs und des Speisesaals sowie eines erdgeschossigen Mehrzwecksaals am Südgiebel. "Das alles nehmen wir nun in Angriff. Wir wollen dort weitere altersgerechte Wohnungen errichten", sagt Eckner. "36 Domizile insgesamt. Zudem wird eine neue Küche für alle im Komplex zu versorgenden Bewohner entstehen." Gleichzeitig würden im Haus untergebrachte technische Anlagen fürs Nexö-Ensemble ersetzt: die Brandmeldeanlage etwa. Oder der Schwesternruf.

Bis Ende 2016 soll alles geschafft sein.Dann werden in all' den Jahren mehr als 41 Millionen Euro in Leipzigs gutes altes Nexö geflossen sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.10.2014

Raulien, Angelika

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