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Wirtschaft Regional Linke-Chef Riexinger unterstützt streikende Amazon-Mitarbeiter in Leipzig
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13:53 16.12.2014
Linke-Chef Bernd Riexinger suchte am Dienstag das Gespräch mit den streikenden Amazon-Mitarbeitern in Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

Der 59-Jährige suchte das Gespräch mit den vor dem Werkstor protestierenden Mitarbeitern. „Wir hoffen, dass Amazon den Druck spürt und einlenkt“, sagte Verdi-Sprecher Thomas Schneider.

Mitten im Weihnachtsgeschäft weitete die Gewerkschaft Verdi den Arbeitskampf beim Versandhändler am zweiten Streiktag noch aus. Am Dienstag beteiligten sich auch Amazon-Beschäftigte in Koblenz an dem Ausstand. Nach Unternehmensangaben blieben zur Frühschicht rund 1200 Mitarbeiter an sechs der neun deutschen Standorte vor den Toren. Insgesamt rechnete die Gewerkschaft mit mehr als 2300 Beteiligten. Am Montag waren bereits mehr als 2000 Mitarbeiter an fünf Standorten im Ausstand, davon rund 500 in Leipzig.

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Bilders des Amazon-Streiks in Leipzig.

Amazon: „Es ist kein Päckchen liegen geblieben“

Mit den Ausständen in der heißen Phase vor den Feiertagen will Verdi den Onlinehändler an den Verhandlungstisch zwingen. Die Gewerkschaft verlangt einen Tarifvertrag zu Bedingungen des Einzelhandels. Amazon sieht sich als Logistikunternehmen, das in dieser Branche gehobene Löhne zahlt. Amazon beschäftigt eigenen Angaben zufolge 10.000 Angestellte und vor Weihnachten 10.000 Saisonkräfte zusätzlich.

Die Gewerkschaft berichtete von Störungen im Betrieb durch den Ausstand. Amazon bestritt das. Man habe sich mit dem europaweiten Netzwerk mit 28 Logistikzentren in sieben Ländern auf den Streik vorbereitet, sagte Unternehmenssprecherin Anette Nachbar. „Es ist kein Päckchen liegen geblieben.“ Und das gelte auch weiterhin.

Gewerkschaft will Druck weiter erhöhen

Amazon hatte schon im Vorfeld Bestellungen über andere Logistikzentren im Ausland abgewickelt. Außerdem wurde beispielsweise am Standort Werne in Nordrhein-Westfalen laut Betriebsrat Frank Schrand vor dem Streik eine Sonntagsschicht eingelegt. Am Montag war der Streik an den Amazon-Standorten im hessischen Bad Hersfeld, in Leipzig (Sachsen), in Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW) losgegangen.

Am Mittwoch will die Gewerkschaft den Druck noch weiter erhöhen. Die Streikenden aus den beiden NRW-Standorten und Bad Hersfeld wollen mit Bussen zu einer zentralen Kundgebung nach Koblenz fahren. Jürgen Dehnert von Verdi in Koblenz erwartet, dass sich dort rund 700 Streikende versammeln. Es werden die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), der Chef der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, und Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erwartet.

lvz

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