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Logistikboom: DHL baut Drehkreuz aus und lässt alte Antonow 26 weiter fliegen

Logistikboom: DHL baut Drehkreuz aus und lässt alte Antonow 26 weiter fliegen

Der Ausbau des DHL-Frachtdrehkreuzes am Flughafen Leipzig/Halle geht schneller voran als erwartet: Noch vor Weihnachten soll mit dem Bau einer zweiten Sortierhalle in Schkeuditz begonnen werden, kündigte das Unternehmen gestern an.

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So soll der DHL-Komplex in Schkeuditz künftig aussehen: Direkt an die bestehende Sortierhalle schließt sich der Neubau an (rechts). Über eine Brücke mit Förderband sind beide miteinander verbunden.

Quelle: DHL

Schkeuditz. In einem Jahr soll sie schon in Betrieb gehen. Bis dahin will die Post-Tochter auch die 400 neuen Arbeitsplätze besetzen.

Nach tagelangen Spekulationen ließ DHL gestern die Katze aus dem Sack: Wie diese Zeitung schon gestern berichtet hatte, sollen 150 Millionen Euro in den Ausbau des Luftfrachtdrehkreuzes in Schkeuditz investiert werden und 400 neue Jobs entstehen, bestätigte der Chef des DHL-Hub Leipzig, Robert Viegers, bei einer eilig zusammengetrommelten Präsentation.

Obwohl die Investitionssumme eigentliche für die nächsten fünf Jahre vorgesehen ist, soll das Kernprojekt, das das Gros des Geldes verschlingen wird, zügig angegangen werden: Direkt neben der gut 40 000 Quadratmeter großen Sortierhalle soll eine fast ebenso große zweite entstehen. Mit dem Bau werde jetzt begonnen - und schon in einem Jahr soll sie fertig sein. Und obwohl die Sortieranlage erst 2015 eingebaut werden soll, werde man bereits in einem Jahr den Betrieb aufnehmen. "Zunächst wird dort manuell gepackt", sagte Viegers. Und dafür würden dann auch schon die 400 neuen Mitarbeiter benötigt.

Mit dem Ausbau will sich DHL fit machen für eine Fortsetzung des rasanten Wachstums der vergangenen Jahre. "Die Erfolgsgeschichte geht weiter", sagte Viegers. Daher schaffe man nun die Voraussetzungen für künftiges Wachstum. Erst 2008 war der Standort eröffnet worden. Aus den anfangs 350 Tonnen Fracht, die pro Tag verladen wurden, seien inzwischen 1900 Tonnen geworden, berichtete Viegers. Nach dem Ausbau könnten es dann noch einmal 400 bis 450 Tonnen mehr werden. Die Sortierkapazität erhöhe sich sogar von 100 000 auf 150 000 Sendungen pro Stunde.

Derzeit sind rund 3600 Mitarbeiter am DHL-Drehkreuz beschäftigt. In einem Jahr sollen es dann fast 4000 sein. Die Ausschreibung der 400 neuen Stellen werde im kommenden Jahr erfolgen, kündigte Viegers an. Gefragt sind Logistikmitarbeiter, Paketpacker und Staplerfahrer. Gearbeitet wird vor allem nachts, wenn die DHL-Flieger in Schkeuditz starten und landen - und in 30 Stunden Teilzeit. Es kommen aber auch neue Jobs in der Verwaltung nach Leipzig: Die Europazentrale der Network Operations hole man nach Leipzig, kündigte Viegers an. Bisher sind die 65 Mitarbeiter auf Leipzig, Bonn und Brüssel verteilt.

Befürchtungen von Anwohnern, es könnten nachts noch mehr Flieger in Schkeuditz landen und abheben, trat Viegers entgegen. "Die Zahl der Flüge wird sich nicht ändern. Wir haben 60 Maschinen - und dabei bleibt es auch." Die Flieger würden künftig schwerer beladen. Möglich wird dies durch die jüngste Modernisierung der Flotte der DHL-Tochter European Air Transport Leipzig (EAT). 18 Airbusse A300-600 waren in den Elbe-Flugzeugwerken in Dresden umgebaut worden - und können statt 39 jetzt 46 Tonnen laden. "Die Modernisierung schließen wir jetzt ab. Die letzte Maschinen wird in den nächsten Tagen ausgeliefert", sagte EAT-Chef Markus Otto. Zudem werde sich der Bodenlärm durch den Neubau sogar vermindern, ergänzte Viegers. Denn die neue Halle diene quasi als Lärmschutzwand.

Wegen der hohen Auslastung in Leipzig hatte DHL kürzlich zehn Maschinen auf andere Standorte umgeleitet. Denn vor Weihnachten steigt das Frachtvolumen rasant an. Daher sei man auf die schlechter ausgelasteten Standorte Köln, Brüssel und Kopenhagen ausgewichen, sagte Viegers. "Wenn der Ausbau abgeschlossen ist, holen wir diese Maschinen dann zurück nach Leipzig."

Wegen des brummenden Logistikgeschäftshat DHL sogar seine eigentlich schon eingemottete Antonow-Flotte wieder ausgemottet. Eine Maschine des bei Fluglärmgegnern verpönten Typs Antonow 26 sei seit Oktober wieder im Einsatz, sagte Otto. Erst im Juli hatte er erklärt, alle Antonows vorzeitig ausgemustert zu haben. Vor allem Anwohner hatten das gefordert.

Wegen des starken Anziehens des Geschäfts zum Jahresende habe man davon aber wieder abrücken müssen, sagte Otto nun. "Wir haben derzeit alles in der Luft, was fliegen kann." Daher würde seit Oktober auch eine der einst sechs Antonows wieder eingesetzt. Noch bis 23. Dezember fliege sie an jedem Werktag nach Ostrava (Tschechien) und zurück. Ob die Maschine im kommenden Jahr erneut ausgemottet werden, ließ Otto offen. "Wir haben uns verpflichtet, die Antonows nach 2015 nicht mehr einzusetzen. Und das gilt auch. Aber bis dahin sind ja noch zwei Jahre."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2013

Frank Johannsen

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