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Wirtschaft Regional Ministerpräsident Kretschmer fährt Diesel - Plädoyer gegen Verbote
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13:24 05.05.2018
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Quelle: dpa
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Dresden - 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) glaubt an die Zukunft des Diesel. Er selbst habe ein solches Fahrzeug bestellt, sagte er bei der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) am Samstag in Dresden.

„Wir sollten sehen, dass wir nicht zu Fahrverboten kommen“, mahnte der 42-Jährige. Denn nicht nur Dieselfahrzeuge führten zu hohen CO2-Emissionen in Städten. In den meisten Städten mit Belastung an oder über der Grenze halfen etwa auch besseres Verkehrsmanagement, die Vermeidung von Staus und andere alternative Maßnahmen.

„Wir müssen alle dafür sorgen, dass die Angst in der Bevölkerung vor Enteignung aufhört“, mahnte er. Dafür gebe es überhaupt keinen Grund. „Ich bin überzeugt, auch Dieselfahrzeuge werden künftig ihren Platz haben.“

VDA warnt vor Politik gegen den Diesel

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor einer Politik gegen den Diesel. „Jeder, der etwas vom Thema versteht, weiß: der moderne Diesel ist Teil der Lösung und nicht des Problems“, sagte dessen neuer Präsident Bernhard Mattes in Dresden.

Der Diesel-Antrieb helfe bei der Erreichung der Klimaschutzziele. „Die CO2-Emissionen liegen um bis zu 15 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners, daher führt ein sinkender Diesel-Ausstoß zu höherem CO2-Ausstoß“, erklärte er. „Würden alle neu zugelassenen Diesel-Pkw in Deutschland durch Benziner im gleichen Segment ersetzt, läge der Flottenausstoß um etwa fünf Prozent höher.“

Vertrauen zurückgewinnen

Vor diesem Hintergrund mahnte Mattes zur Versachlichung der Debatte und kritisierte die pauschale Verurteilung der Branche im Zuge des Abgasskandals. „Sie ist nicht gerechtfertigt, die Fakten fordern Differenzierung, nicht zuletzt im Interesse der mehr als 800 000 Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag gute und ehrliche Arbeit leisten“, forderte Mattes. „Wir bedauern, dass solche gravierenden Fehler gemacht wurden.“

Das durch die Manipulation bei Diesel-Fahrzeugen verlorene Vertrauen in „diese moderne Spitzentechnologie“ solle zurück gewonnen werden.

Von LVZ

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