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Mitnetz will Ökostrom ins Gasnetz bringen

EnviaM-Tochter investiert Millionen Mitnetz will Ökostrom ins Gasnetz bringen

Gas als Energieträger ist alles andere als ein Auslaufmodell. Die Bundesregierung ist inzwischen davon abgerückt, nach Atom und Kohle auch aus Erdgas auszusteigen. In Mitteldeutschland investiert die EnviaM-Tochter Mitnetz jetzt kräftig in den Ausbau. Sie hat große Pläne: Künftig soll Ökostrom ins Gasnetz eingespeist werden.

Gas wird längst nicht mehr nut zum Kochen genutzt.

Quelle: dpa

Kabelsketal. Für Adolf Schweer steht schon von Berufs wegen fest: Erdgas ist ein wichtiger Energieträger. Und: „Das wird auf Dauer so bleiben“, sagte der Geschäftsführer der zum größten ostdeutschen Regionalversorger EnviaM gehörenden Mitteldeutschen Netzgesellschaft Gas (Mitnetz Gas) am Dienstag in Kabelsketal. Eine Botschaft, die zahlreiche bundesrepublikanische Haushalte mit Sicherheit gerne hören. Bei immerhin 42 Millionen Deutschen sorgt Erdgas für die warme Wohnung.

Gleichwohl steht der Energieträger immer noch in der Kritik, auch wenn die Bundesregierung im Klimaschutzplan für 2050 keinen Ausstieg aus Erdgas ab 2030 mehr postuliert. In Deutschland werde Erdgas immer noch als „fossil“ stigmatisiert, klagte Schweer. Dabei würden die Potenziale unzureichend genutzt. Der Geschäftsführer verwies darauf, dass in den USA dank des stärkeren Einsatzes von Erdgas die CO 2-Emissionen von 2005 bis 2015 kräftiger gesunken seien als in Deutschland.

50 Prozent der Energie geht ins Heizen

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat kürzlich den Finger in die Wunde der Energiewende gelegt. „Momentan tun wir Folgendes: Teuer erzeugter regenerativer Strom, wenn er nicht gebraucht wird, wird quasi über die Grenze verschenkt. Verluste ohne Ende“, kritisierte Verbandshauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Die Bürger zahlten das aber trotzdem. Sei dann noch zu viel Strom im Netz, würden die Anlagen abgeregelt, „aber die Anlagenbetreiber bekommen trotzdem Geld dafür“. Das zahlten wieder alle Verbraucher. Nötig sei ein Signal, weiter zu forschen.

Genau das macht Mitnetz Gas. Bislang sei in der zentralen Energiewende noch kein Durchbruch erzielt worden, meinte Schweer. Erforderlich sei ein Zusammenspiel von Gas, Strom, Wärme und Verkehr. In die Wärme gingen 50 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs, 30 Prozent in den Verkehr. Mit dem Ziel, die Kooperation dieser Sektoren zu verbessern, wird gegenwärtig eine Studie erarbeitet.

Öko-Strom wird in Methagas umgewandelt

Konkret sei geplant, in einem Demonstrationsprojekt Strom in Gas umzuwandeln. Das wird im Fachjargon „Power to Gas“ genannt. Dabei wird der Strom in Wasserstoff und Methangas umgewandelt, das dann durch das bestehende Erdgasnetz in Deutschland transportiert und in vorhandenen Untergrundspeichern gelagert werden kann. Das würde dazu beitragen, weniger überschüssigen Ökostrom ins Ausland zu transportieren.

Mitnetz Gas ist auch am Forschungsvorhaben Hypos beteiligt. Ziel ist, aus erneuerbarem Strom Wasserstoff für energietechnische Anwendungen herzustellen. Dabei soll überschüssiger Strom verwendet werden. Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen wird ein Pilotprojekt entstehen, das in der zweiten Jahreshälfte 2017 starten soll.

Mitnetz-Leitsystem von Cyberangriff nicht betroffen

Das Unternehmen fährt seit wenigen Tagen ein gemeinsames Leitsystem für die Strom- und Gasnetze. Dabei sei auf höchste Sicherheitsstandards geachtet worden. „Auf diese Weise wappnen wir uns gegen mögliche Viren- und Cyberangriffe.“ Alle denkbaren Schlupflöcher seien geschlossen worden. Von der jetzigen Attacke sei Mitnetz nicht betroffen gewesen.

In diesem Jahr will das Unternehmen in den Ausbau und die Erneuerung des Gasnetzes im Geschäftsgebiet insgesamt 42 Millionen Euro pumpen. Davon entfallen 18,3 Millionen auf Sachsen, 22,9 Millionen auf Sachsen-Anhalt, 0,9 Millionen auf Thüringen und 0,2 Millionen Euro auf Brandenburg.

Mitnetz Gas verantwortet 2155 Kilometer Hochdruckleitungen sowie 4778 Kilometer Mittel- und Niederdruckleitungen. Obendrauf kommen 155 000 Hausanschlüsse.

Von Ulrich Milde

Industriestraße 10, 06184 Kabelsketal 51.4434911 12.1283297
Industriestraße 10, 06184 Kabelsketal
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