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Wirtschaft Regional Momox-Mitarbeiter wählen ersten Betriebsrat - zwei Drittel nehmen an Abstimmung teil
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19:53 27.05.2014
Momox-Mitarbeiter sortieren CDs und Bücher. Quelle: André Kempner

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich zufrieden mit der Wahlbeteiligung. Eigene Kandidaten hatte sie nicht ins Rennen geschickt. Die Stimmen teilten sich am Ende drei Listen - allesamt unabhängig und von Mitarbeitern selbst initiiert.

Gut zwei Drittel der mehr als 400 Mitarbeiter seien am Montag an die Wahlurne gekommen, berichtete gestern Verdi-Sekretär Thomas Schneider. Bei genau 67 Prozent lag die Wahlbeteiligung. "Für das erste Mal ist das wirklich sehr, sehr gut", freute sich Schneider. "Mehr als zwei Drittel haben sich mit ihrer Stimme dafür ausgesprochen, dass es erstmals einen Betriebsrat gibt. Das ist eine tolle Sache." Damit bekommt das Ende 2011 eröffnete Versandzentrum im ehemaligen Quelle-Gebäude erstmals eine Arbeitnehmervertretung.

Einen rauschenden Wahlsieg fuhr die Liste "Mitbestimmung jetzt!" ein, die acht der neun Sitze in dem Gremium errang. Insgesamt waren drei Listen angetreten - allesamt unabhängig und von Mitarbeitern selbst initiiert. Verdi war anders als beim Versandriesen Amazon nicht mit eigenen Kandidaten angetreten. "Das war eine ganz bewusste Entscheidung", sagte Schneider. "Alle drei Listen stehen Verdi ja offen gegenüber." Da habe die Gewerkschaft nicht Partei ergreifen wollen. Einen "Lagerwahlkampf" wie zuletzt bei Amazon (die LVZ berichtete) habe es bei Momox nicht gegeben. Bei Amazon, wo schon vor zwei Wochen gewählt wurde, musste Verdi gegen eine Liste Streik-unwilliger Kollegen antreten. Und die hatte am Ende mit 60 Prozent die Nase vorn.

Die Vorbereitung und Durchführung der Wahl bei Momox habe Verdi nach Kräften unterstützt, berichtet Schneider. Die Initiative sei aber von den Mitarbeitern selbst ausgegangen. "Die kamen zu uns und haben um Unterstützung gebeten." Mitte Februar wurde dann in einer Betriebsversammlung die Wahl formal eingeleitet. Vergangene Woche hatte Leipzigs DGB-Chef Bernd Günther vor Ort noch einmal die Werbetrommel gerührt - nicht für bestimmte Kandidaten, sondern dafür, dass sich die Mitarbeiter überhaupt an der Wahl beteiligen.

Probleme mit dem Unternehmen habe es nicht gegeben, sagte Schneider. Zwar musste Leipzigs Verdi-Chefin Ines Kuche im Februar erst einmal nachweisen, dass es im Unternehmen Verdi-Mitglieder gibt, um Zugang zu erhalten. Am Ende habe Momox die Wahl aber "aufgeschlossen begleitet", so Schneider. "Wir sind sehr zufrieden, dass alles so problemlos über die Bühne ging."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2014

Frank Johannsen

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