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Wirtschaft Regional „Alma“: Neuer DHL-Frachtflieger trägt den Namen seiner 18 Taufpatinnen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional „Alma“: Neuer DHL-Frachtflieger trägt den Namen seiner 18 Taufpatinnen
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19:56 12.10.2018
Der neue Airbus A330 wartet im Hangar auf die Taufe. Quelle: Fotos: Dirk Knofe
Schkeuditz

So viele Almas finden sich selten in einem Hangar: 18 Mädchen und Frauen dieses Namens waren dem Aufruf in der LVZ gefolgt, als Namenspaten für den jüngsten Neuzugang der Schkeuditzer DHL-Flotte zur Verfügung zu stehen. Die meisten kaum älter als das vier Jahre alte Flugzeug, das sie taufen sollten, die jüngste gerade einmal zwei Jahre alt.

„Fünf, vier, drei, zwei, ein“, zählt Markus Otto, Chef der DHL-Tochter European Air Transport (EAT), den Countdown herunter. Dann zerren sechs junge Almas an dem Strick, der hinten am Airbus hängt. Mit vereinten Kräften reißen die das Klebeband vom Rumpf – und legen den Schriftzug frei: „D-ALMA“.

„Klasse, dass so viele Almas gekommen sind“, freut sich Otto. Denn wirklich normal ist es nicht, dass ein Frachtflugzeug überhaupt getauft wird. Während es bei der Lufthansa üblich ist, dass die Maschinen Leipzig, Dresden oder Plauen heißen, tragen Frachtmaschinen sonst nur anonyme Buchstabenkürzel.

Größtes Flugzeug der Flotte

Doch der Airbus A330, der jetzt Alma heißt, sei halt etwas Besonderes, sagt Otto: „Es ist das größte Flugzeug in der Flotte, fasst 65 Tonnen – und es ist unser erstes Langstreckenflugzeug.“ Damit, so Otto, stoße EAT in ein neues Segment vor. „Wir gehen damit auf Wachstumskurs.“

Der Name des Fliegers war dann aber doch eher Zufall. Denn eigentlich ist D-ALMA nur die offizielle Kennung des Airbus, quasi das Nummernschild. D steht für Deutschland, das A dahinter für die Flugzeuggröße. Die Buchstaben dahinter werden in Blöcken an die Airline vergeben. „Wir waren selbst überrascht, dass die Buchstaben ALMA noch frei waren“, sagt Otto. „Da haben wir sofort zugegriffen.“ Und dann beschlossen, dass man die Maschine dieses Mal auch ganz offiziell taufen werde.

Maschine pendelt ab März nach Amerika

Ihren Erstflug wird Alma dann am 26. Oktober haben – nach Lagos in Nigeria. Danach pendelt sie zunächst abwechselnd nach Lagos und Bahrain im Persischen Golf. Das waren schon bisher die weitesten Ziele, die EAT von Schkeuditz aus anflog, bisher mit dem kleineren Typ Airbus A300, von denen EAT 26 hat. „Ende März gehen wir dann aber mit Alma auf Langstrecke und steuern die USA an“, sagt Otto. Cincinnati, New York, Miami – „so weit sind wir noch nie geflogen.“

Zwar steuert DHL von Leipzig/Halle aus schon bisher auch Amerika und Ostasien an. Dorthin fliegt aber nicht EAT, sondern die zweite Schkeuditzer Airline Aerologic, die auf Boeing 777 setzt.

Gebraucht in Abu Dhabi gekauft

Der neue Airbus ist der erste von fünf A330, die EAT gebraucht in Abu Dhabi gekauft hat. Die dortige Airline Etihad hatte sie ausgemustert, weil man sich aus dem Frachtgeschäft zurückzieht. Ein halbes Jahr standen die Flieger in Abu Dhabi herum, dann griff DHL zu.

„Das war ein echter Glücksgriff“, schwärmt Otto. Denn die Maschinen sind anders als die meisten in der DHL-Flotte keine umgebauten Passiergierflugzeuge, sondern von vornherein als Frachter konstruiert. Und sie sind erst maximal acht Jahre alt, Alma sogar erst vier. „Für ein Flugzeug ist das fast neu“, sagte Otto. „Da ist es gerade erst eingeflogen.“

100 neue Piloten eingestellt

Für die neue A330-Flotte hat EAT auch das Personal kräftig aufgestockt: 64 Piloten wurden bereits eingestellt, am Ende sollen es sogar 100 sein. So viel brauche man, um die fünf Airbusse zu betreiben. Damit erhöht sich der Mitarbeiterstamm von EAT auf 900, darunter 340 Piloten.

In Schkeuditz gelandet war Alma schon am 14. August (die LVZ berichtete). Inzwischen sind zwei weitere A330 eingetroffen, der vierte und fünfte werden bis November erwartet. Und noch bis Weihnachten sollen zwei davon ebenfalls in Dienst gehen, sagt Otto. „Die fliegen dann erstmal auch nach Lagos und Bahrain, aber auch zu Zielen in Europa, wo wir ein hohes Aufkommen haben.“ Bisher setzt EAT hier kleinere Maschinen der Typen A310 und Boeing 757 ein.

Werden die vier weiteren A330 dann auch so feierlich getauft? Otto winkt ab. „Das will ich gar nicht erst einreißen lassen.“ Es würde ohnehin schwer werden, Namenspaten zu finden. Denn die Kennungen sind schon verteilt. Die nächsten Airbusse heißen D-ALMB, D-AMLC und D-ALMD.

Von Frank Johannsen

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