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Neues Institut in Dresden für digitale Flugzeugtests

Sachsen zahlt 17 Millionen für Softwarezentrum Neues Institut in Dresden für digitale Flugzeugtests

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat heute in Dresden ein Institut für Software-Methoden gegründet. Dort sollen Ingenieure unter anderem Flugzeugkonstruktionen im Computer testen könnenl, ohne dass dafür Modelle gebaut werden müssen.

Gründungsdirekor Norbert Kroll, Wirtschaftsminister Martin Dulig und DLR-Vorstand Rolf Henke (vlnr) enthüllen die Gründungsstele für das neue DLR-Software-Institut an der August-Bebel-Straße in Dresden.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden.  Um die deutsche Luftfahrt-Industrie und andere Technologiebranchen mit hohem Innovationsdruck konkurrenzfähiger zu machen, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Dresden ein Software-Forschungszentrum in Dresden eröffnet. Das DLR-Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung soll auf Hochleistungs-Rechnern computergenerierte virtuelle Labore aufbauen, in denen Ingenieure Flugzeuge, Autos und andere Hightech-Produkte schneller, umweltfreundlicher und billiger entwickeln können. Nebenbei bekommt Dresden einen neuen Supercomputer.

„Die Einrichtung des DLR-Institutes auf unserem Campus ist ein Erfolg und eine Bereicherung für die TU Dresden, aber auch für die Stadt Dresden und den Freistaat Sachsen“, schätzte TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen ein. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der beim DLR und beim Bund lange nach diesem Institut geangelt hatte, sieht im Zuschlag für Dresden eine große Chance für die gesamte, bisher eher kleinteilige Hochtechnologie-Wirtschaft im Freistaat: Das neue Institut könne wie eine Brücke zwischen Forschung, hochspezialisierten Luftfahrt-Zulieferern, industrienahen Software-Schmieden und der globalen Luftfahrtindustrie wirken. „Die einzelnen Puzzleteile fügen sich zu einem großen Gesamtbild“, meint Frank Schönefeld vom sächsischen Hightech-Branchenverband „Silicon Saxony“.

14 Millionen Euro für Supercomputer

Leitprojekt wird ein „virtuelles Flugzeug“ sein. Dies ist ein neues Konzept, um Luftfahrzeuge in Zukunft durchgängig digital zu entwickeln. Dabei wird jedes Flugzeug zunächst komplett als Computersimulation entworfen, getestet, Probe geflogen und dokumentiert, bevor auch nur der erste Spant gesetzt ist. Diese „digitalen Zwillinge“ begleiten das spätere reale Luftfahrzeug ein ganzes Flugzeugleben lang. Später wollen die Ingenieure diese neuen digitalen Entwicklungsverfahren auf andere Branchen wie die Automobilindustrie übertragen.

Um die hochfliegenden Pläne an der Elbe zu unterstützen, schießen Bund und Land für die laufenden Kosten im DLR-Institut jährlich 8,3 Millionen Euro zu – wobei der Bund mit 90 Prozent die Hauptlast trägt. Der Freistaat wiederum hat dem DLR die Standortentscheidung für Dresden mit rund 17 Millionen Euro Anschubfinanzierung versüßt, zahlbar in vier Raten bis Ende 2020.

Etwa 14 Millionen Euro davon will der Gründungsdirektor Norbert Kroll für einen Supercomputer ausgeben, der vor allem für die Simulationen gebraucht wird. Der wird neben dem Hochleistungscomputer der
TU Dresden im Lehmann-Zentrum an der Nöthnitzer Straße installiert. Zudem erwäge das DLR derzeit, weitere Supercomputer gleich noch mit nach Dresden zu verlagern, informierte der 53-jährige Mathematiker und Luftfahrt-Ingenieur Kroll. Dann würde in Dresden einer der leistungsfähigsten Rechner-Komplexe von ganz Deutschland entstehen. Das Institut selbst startet mit zunächst drei Mitarbeitern auf einem TU-Nebencampus. Voraussichtlich 2020 zieht es mit dann 70 Mitarbeitern in das neue Lehmannzentrum II an der Nöthnitzer Straße um.

Von Heiko Weckbrodt

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