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Wirtschaft Regional OBMs von Leipzig und Saarbrücken kämpfen für Erhalt von 2200 Jobs
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23:33 09.05.2018
Halberg-Guss-Mitarbeiter protestierten im April vor dem Werk in der Merseburger Straße gegen den Lieferstopp. Durch den Zuliefererstreit fürchten sie um ihre Jobs. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

Die beiden Oberbürgermeister von Leipzig und Saarbrücken haben in einem gemeinsamen Brief die Beilegung des Konflikts bei Halberg-Guss gefordert. Burkhard Jung und seine Amtskollegin Charlotte Britz (beide SPD) riefen in einer am Mittwoch veröffentlichten Resolution die Streitparteien zu einer nachhaltigen Lösung auf, um die insgesamt 2200 Arbeitsplätze an den beiden Standorten nicht zu gefährden.

Hintergrund des Appells ist ein seit 2016 andauernder Konflikt zwischen dem Halberg-Guss-Eigentümer, der Prevent Gruppe, und Volkswagen. Dieser hatte sich Ende April zugespitzt. Halberg-Guss stellte die Lieferungen von Motorblöcken, Zylinderköpfen und Kurbelwellen an seinen Hauptabnehmer VW zeitweise ein und warf dem Autohersteller vor, Rechnungen nicht pünktlich gezahlt zu haben.

OBMs: „Inakzeptabel und Gift für unsere Standorte“

VW hatte zuvor die Lieferverträge mit allen anderen Prevent-Töchtern fristlos gekündigt. Mit dem Lieferstopp will die Prevent-Gruppe offenbar den Druck auf ihren Hauptabnehmer erhöhen. Die Mitarbeiter fürchten jedoch, dass der Streit eskalieren und VW die Zusammenarbeit ganz einstellen könnte. In den Werken gab es deshalb auch Protestkundgebungen. In Leipzig sind rund 700 Mitarbeiter bei Halberg-Guss beschäftigt, in Saarbrücken 1500.

Rund 400 der 700 Mitarbeiter in Leipzig beteiligten sich am 19. April an dem Protest. Quelle: Armin Kühne

Die Oberbürgermeister kritisierten, dass der Lieferstopp der „Auftakt zu einem inszenierten Konflikt mit dem wichtigsten Kunden“ sei. „Solche Methoden sind inakzeptabel und Gift für unsere Standorte und Arbeitsplätze. Dem können und wollen wir nicht tatenlos zusehen!“, schrieben Jung und Britz. Bislang würden „klare und verbindliche Äußerungen“ der Führungsspitze zur Zukunft der Neuen Halberg-Guss fehlen. Es müssten schnellstens „alle Fakten auf den Tisch“ sowie ein „tragfähiges und langfristig ausgelegtes Konzept“ erarbeitet werden, das die Zukunft aller Beschäftigten in Saarbrücken und Leipzig sichere, forderten die Stadtoberhäupter.

Entscheidung am Landgericht erwartet

Halberg-Guss musste 2009 Insolvenz anmelden und war danach an einen Finanzinvestor aus den Niederlanden verkauft worden. Dieser zog sich 2017 zurück. Die Familie Hastor und deren Prevent-Gruppe übernahmen Anfang 2018 den Betrieb. Vor dem Leipziger Landgericht läuft derzeit ein Prozess, in dem Prevent erreichen will, weiter an VW liefern zu dürfen. Eine Entscheidung wird für diesen Freitag erwartet.

Von Robert Nößler

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