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Offizin Andersen Nexö feilt an Sanierungskonzept - Stellenabbau droht auch in Zwenkau

Offizin Andersen Nexö feilt an Sanierungskonzept - Stellenabbau droht auch in Zwenkau

Nach dem klaren Votum der Gläubiger für den Erhalt der Traditionsdruckerei Offizin Andersen Nexö (OAN) will das Unternehmen nun zügig einen Sanierungsplan vorlegen.

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Produktion bei Offizin Andersen Nexö in Zwenkau.

Quelle: Andreas Döring

Zwenkau. Auch am Hauptsitz in Zwenkau, wo bisher keine Jobs gestrichen wurden, droht dann ein Stellenabbau. Er soll aber moderat ausfallen.

Bis Ende Juni soll der Fahrplan für die geplante Sanierung in Eigenregie stehen. "Unser Ziel ist es, den Insolvenzplan im Laufe des zweiten Quartals zur Abstimmung zu stellen", kündigte OAN-Chef Stephan Treuleben an. Entscheiden müssen dann die Gläubiger. Am Montag hatten sie bereits grünes Licht gegeben für den Erhalt des Betriebes. Auf der nächsten Versammlung will Treuleben ihnen seine konkreten Pläne vorstellen.

Klar ist schon jetzt: Nicht nur die Gläubiger sollen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. "Es werden auch Anpassungen beim Personalbestand notwendig werden", sagte Detlef Specovius, den Treuleben im Dezember als Sanierungsexperten ins Haus geholt hatte. Der Stellenabbau werde aber moderat ausfallen. "Die allermeisten Mitarbeiter wollen wir an Bord behalten." Konkrete Zahlen wollten Treuleben und Specovius gestern noch nicht nennen.

Lange warten lassen wollen sie die Mitarbeiter aber nicht: Mit dem Betriebsrat werde bereits über einen Sozialplan verhandelt, sagte Treuleben. "Bis Ende April wollen wir die Gespräche abschließen und den Mitarbeitern dann Klarheit geben." Dann werde man auch verkünden, wie viele Stellen gestrichen werden. Auch vieles andere stellt Treuleben nun auf den Prüfstand. Jeder Auftrag werde jetzt noch einmal daraufhin abgeklopft, ob er genug einbringe. Und um die Kosten zu senken, habe man bereits begonnen, die Logistik umzugestalten.

Bisher seien in Zwenkau aber noch alle Mitarbeiter an Bord. "Hier hat es bisher keine Entlassungen gegeben", sagte Treuleben. Die Belegschaft wuchs seit dem Insolvenzantrag Ende Dezember sogar von 260 auf 280 Mitarbeiter. Grund: 20 Kollegen der Tochter Leipziger Kunst- und Verlagsbuchbinderei (KuVe) wechselten nach Zwenkau. Denn die Produktion am bisherigen KuVe-Sitz in Baalsdorf will Treuleben Ende Mai einstellen. "Das Geschäft holen wir nach Zwenkau. Einfach, weil es effektiver ist, das an einem Standort zu bündeln." 35 der 55 Jobs in Baalsdorf gehen aber verloren. Die zweite Tochter Messedruck Leipzig wurde nach einem dramatischen Auftragseinbruch sogar komplett geschlossen. 65 Mitarbeiter verloren ihren Job. Das Grundstück in Baalsdorf wolle man nun verkaufen, das Inventar ab 19. April per Internetauktion versteigern, kündigte Treuleben an.

In Zwenkau selbst läuft es dagegen besser. "Der Auftragseingang entwickelt sich gut, sogar besser, als von uns geplant", sagte Treuleben. "Die Produktion ist gut ausgelastet." Im März hätten die Bestellungen gegenüber Februar bereits wieder um 25 Prozent zugelegt. Und in Zukunft, so hofft er, dürfte es noch besser aussehen. Denn nach dem Votum der Gläubiger, den Betrieb fortzuführen, müsse nun niemand mehr bangen, am Ende nicht beliefert zu werden. "Das wird dem Auftragseingang sicher noch einmal einen weiteren Schub geben."

OAN war im Dezember in die Insolvenz gerutscht. Wegen der Krise in der Druckbranche lieferten immer mehr Papierlieferanten nur noch gegen Vorkasse. Weil OAN von seinen Kunden aber erst Wochen später bezahlt wird, klaffte ein immer größeres Loch in der Kasse. Die Insolvenz in Eigenregie sieht Treuleben nun als Chance für einen Neustart. "Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Insolvenz herausgehen werden. Das Verfahren ist für uns eine Riesenchance, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Frank Johannsen

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