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Ost-Metaller vor Tarifeinigung: Sachsen verhandelt am 16. Februar

Nach Abschluss in Mecklenburg-Vorpommern Ost-Metaller vor Tarifeinigung: Sachsen verhandelt am 16. Februar

Nach dem Tarifabschluss in Baden-Württemberg stehen jetzt auch bei Sachsens Metallern die Zeichen auf Einigung. Jetzt steht der Termin: Am 16. Februar wird verhandelt – und dann könnte es ganz schnell gehen. Selbst beim Streit um die längere Arbeitszeit im Osten zeichnet sich jetzt eine Lösung ab.

Mit mehreren Warnstreiks auch bei BMW und Porsche in Leipzig hatte die IG Metall ab Mitte Januar Druck gemacht..

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach der Tarifeinigung in Baden-Württemberg stehen nun auch in Mitteldeutschland die Signale auf Einigung. Am kommende Freitag wollen in Sachsen IG Metall und der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) darüber beraten, wie sie den Pilotabschluss übernehmen können. Diesen Termin teilten am Freitag beide Seiten auf LVZ-Anfrage mit.

„Wir gehen davon aus, dass wir wie in den anderen Tarifbezirken eine Einigung erzielen werden“, sagte eine VSME-Sprecherin. Auch die IG Metall rechnet nun mit einem zügigen Abschluss. „Wir erwarten in der Übernahme-Verhandlung ein klares Bekenntnis der Arbeitgeber zum Tarifergebnis aus Baden-Württemberg“, erklärte Olivier Höbel, IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen. „Darüber hinaus muss ein Fahrplan zur Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten vereinbart werden.“

Mecklenburg-Vorpommern prescht vor

In Thüringen wird bereits am Mittwoch in Erfurt beraten, am selben Tag auch in Sachsen-Anhalt. In Brandeburg treffen sich beide Seiten dann Anfang übernächster Woche: am 19. Februar. Dort wird auch für die VW-Werke in Dresden, Chemnitz und Zwickau verhandelt. Die sächsische VW-Tochter hatte in den Neunzigern entschieden, nicht dem sächsischen, sondern dem brandenburgerischen Verband beizutreten.

Bereits zum Abschluss gekommen sind die Tarifpartner in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurde am Donnerstagabend vereinbart, den Abschluss aus Baden-Württemberg zu übernehmen. Darin wurden 4,3 Prozent mehr Geld vereinbart – sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit befristet auf 28 Stunden zu verkürzen, wenn die Arbeitnehmer dies wünschen. Im Gegenzug dürfen die Arbeitgeber mehr Mitarbeiter als bisher 40 Stunden arbeiten lassen – und nicht nur 35, wie es dort sonst üblich ist.

Längere Wochenarbeitszeit im Osten

Knackpunkt für die neuen Länder: Statt der 35- gilt hier nach wie vor die 38-Stunden-Woche. Die IG Metall verlangt nun zumindest ein Signal zur Angleichung. In Mecklenburg-Vorpommern gab es dafür eine Lösung: Bis Ende 2019 soll eine Arbeitsgruppe klären, ob und wie die Arbeitszeit angeglichen werden kann. Konkrete Schritte wurden noch nicht beschlossen.

Die dortige IG Metall begrüßte das aber als wichtiges Signal. „Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird es Zeit, diesen Prozess zu starten“, sagte der dortige IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. Der im Norden gefundene Kompromiss könnte nun auch in den anderen Ost-Ländern übernommen werden. „Das geht in die richtige Richtung“, hieß es bei der IG Metall in Sachsen.

In dem Tarifkonflikt war es vergangene Woche bundesweit zu 24-Stunden-Warnstreiks gekommen. Am Freitag hatte das die komplette Autoindustrie in Sachsen lahmgelegt: Bei BMW und Porsche in Leipzig und an allen drei VW-Standorten wurde gleichzeitig gestreikt. In der Nacht zum Dienstag kam es dann nach einem Verhandlungsmarathon zum Abschluss im Pilotbezirk Baden-Württemberg.

Von Frank Johannsen

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