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Porsche-Chef sieht gute Chancen für Elektroauto-Produktion in Leipzig

Pläne für E-Macan Porsche-Chef sieht gute Chancen für Elektroauto-Produktion in Leipzig

Porsche stockt seine Investitionen in die Elektromobilität von bisher drei auf sechs Milliarden Euro bis 2022 auf. Denkbar wäre in Leipzig die Produktion einer elektrischen Variante des kleinen Geländewagens Macan, sagte Vorstandschef Oliver Blume.

Ein Porsche Macan vor dem Leipziger Werk des Sportwagenbauers. Hier könnte in Zukunft auch eine Elektroauto-Version des kompakten Geländewagens gebaut werden.

Quelle: dpa

Leipzig/Stuttgart. Porsche-Vorstandschef Oliver Blume sieht im Rennen um die Produktion künftiger Elektroauto-Generationen gute Chancen für den Standort Leipzig. „Für Porsche naheliegend ist natürlich Leipzig“, sagte Blume der Deutschen Presse-Agentur. „Unser Werk in Leipzig wird sich im konzerninternen Wettbewerb in der nächsten Zeit auch für zukünftige Elektro-Projekte bewerben.“ Denkbar wäre in Leipzig etwa die Produktion einer elektrischen Variante des kleinen Geländewagens Macan.

Der erste reine Elektro-Porsche, der Mission E, wird am Stammsitz des Sportwagenbauers in Stuttgart-Zuffenhausen produziert. Dort hatten zur Finanzierung des Projekts alle Mitarbeiter auf Teile einer Tariferhöhung verzichtet. „In Leipzig planen wir ein ähnliches Zukunftspaket wie in Zuffenhausen“, sagte Blume. „Ich denke, das Paket ist sehr attraktiv.“

Investitionen von sechs Milliarden Euro

Porsche stockt die Investitionen in die Elektromobilität von bisher drei auf sechs Milliarden Euro bis 2022 auf. Das Geld solle bis 2022 sowohl in Hybrid-Varianten der existierenden Modelle als auch in neue rein elektrische Autos fließen. „Wir werden neue Segmente beschreiten. Wir werden aber auch bestehende Segmente elektrifizieren“, sagte Blume.

Der erste reine Elektro-Porsche Mission E soll Ende 2019 auf den Markt kommen. „Wir haben schon Ideen, was wir noch auf die Basis des Mission E draufsetzen können“, sagte Blume. „Wir prüfen im Moment alle Segmente und schauen, wo Elektrifizierung Sinn macht - und zu welchem Zeitpunkt.“ Einige Ideen könne man vom Mission E ableiten, es könne aber auch weitere, eigenständige elektrische Fahrzeuge geben.

Ladesäulen: Blume sieht Paralellen zum Tankstellennetz

Das Interesse am Mission E sei insbesondere in den USA sehr groß, aber auch etwa in Norwegen. „Wir haben natürlich auch viele Anfragen aus Deutschland. Aber man muss sagen, dass die Elektromobilität hier deutlich langsamer in Gang kommt“, räumte der Porsche-Chef ein. „Das hängt auch an der Infrastruktur.“ Er sei dennoch optimistisch: Das Tankstellennetz sei in den 1950er Jahren auch nicht von einem auf den andere Tag entstanden, sondern habe sich parallel zur Zahl der Autos entwickelt - so werde das nun auch wieder sein.

„Wir werden auch nicht von einem Tag auf den anderen Millionen von Elektrofahrzeugen auf den deutschen Straßen haben“, sagte Blume. „Das ist ein Prozess, der sich über die nächsten drei bis fünf Jahre entwickelt. Dann wird das relativ schnell gehen.“

Porsche will an Diesel-Motoren festhalten

Vom Verbrenner will sich Blume ohnehin noch nicht verabschieden. „Es wird in Zukunft von Porsche weiterhin sehr puristische Sportwagen mit Verbrennungsmotoren geben“, sagte er. Auch der Diesel bleibe im Programm - trotz eines nicht wegzudiskutierenden Imageschadens. Porsche hatte vergangenen Sommer die Diesel-Variante des Cayenne wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung zurückrufen müssen, zeitweise galt ein Zulassungsverbot. Das Modell Macan soll zudem schon zum zweiten Mal zur Nachbesserung in die Werkstätten.

„Wir werden auf Sicht an Diesel-Aggregaten festhalten, weil wir sie für effizient halten und für notwendig, um die CO2-Ziele zu erreichen“, sagte Blume. „Wir werden uns dort die Entwicklung aber sehr genau anschauen und von Fahrzeuggeneration zu Generation neu entscheiden.“

LVZ

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