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Wirtschaft Regional Porsche erweitert Leipziger Werk für 600 Millionen Euro – Verbrennungsmotor bleibt
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15:46 12.03.2019
Porsche investiert kräftig in Leipzig. Quelle: dpa
Leipzig

Porsche setzt mit seiner fünften Werkserweiterung in Leipzig voll auf Elektromobilität. Am Dienstag wurde der Grundstein für eine neue Karosseriefertigung gelegt. Dort soll in einigen Jahren die neue Generation des Macan vom Band rollen. Der kleine Geländewagen bekommt einen Elektroantrieb. Damit sei die Werkserweiterung ein Startschuss zur Elektromobilität, sagte Produktionsvorstand Albrecht Reimold am Dienstag in Leipzig. Mehr als 600 Millionen Euro würden investiert.

Anfang des nächsten Jahrzehnts auf dem Markt

Der E-Macan soll Anfang des nächsten Jahrzehnts auf den Markt kommen. Ein genaues Datum nennt Porsche bisher nicht. Der kleine SUV ist einer der Verkaufsschlager der Sportwagenschmiede. 2018 wurden 93 953 Stück produziert, 2017 waren es mit 98 763 sogar noch mehr gewesen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichen Geschäftsbericht der Konzernmutter Volkswagen hervor. Weltweit lieferte Porsche voriges Jahr rund 256 000 Autos aus.

Zweite Heimat Leipzig

„Leipzig ist mittlerweile zur zweiten Heimat von Porsche geworden“, sagte Reimold. Der Standort bietet im Vergleich zum Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen reichlich Erweiterungsflächen. 2002 ging das sächsische Werk mit knapp 300 Mitarbeitern an den Start, inzwischen sind es laut Porsche 4300. Werkschef Gerd Rupp sagte, mit der Erweiterung sollen noch einmal 300 Mitarbeiter dazukommen.

Die Porsche AG legte am 12. März 2019 den Grundstein für die Werkserweiterung, zur Produktion der nächsten Generation des Macan. Auf dem Bild v.l. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Gerd Rupp (Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH), Oberbürgermeister Burghard Jung (SPD) und Albrecht Reimold (Mitglied des Vorstandes Produktion und Logistik). Quelle: Dirk Knofe

Für den neuen Karosseriebau sind rund zwei Jahre Bauzeit eingeplant. Er werde nötig, weil Elektroautos eine andere Karosseriestruktur als Verbrenner hätten und der neue Macan deswegen nicht in den alten Hallen gefertigt werden könne.

Verbrennungsmotor bleibt

Porsche plant, den Macan mit dem klassischen Verbrennungsmotor und den E-Macan drei Jahre nebeneinander zu produzieren. In dieser Zeit des „Parallellaufs“, wie Produktionsvorstand Reimold sagte, solle die E-Produktion hoch- und die Verbrenner-Produktion runtergefahren werden. Laut Werkschef Rupp soll diese Phase drei Jahre dauern. 2025 könnte der Macan dann rein elektrisch produziert werden - sofern die Nachfrage passt.

Derzeit wird der Macan je zu einem Drittel in China, Amerika und dem Rest der Welt verkauft. Er gehe davon aus, dass dies auch beim E-Macan so bleiben werde, sagte Reimold. Gerade China und auch die USA förderten Elektromobilität. „Und wenn das Thema mit der Reichweite den Kunden nicht mehr Angst bereitet, dann ist auch Europa ein Markt“, sagte der Produktionsvorstand. Das Entwicklungsziel für den E-Macan seien 400 bis 500 Kilometer Reichweite.

Hohe Kosten drücken Profitablität

Unter anderem die hohen Kosten für den Einstieg in die Produktion von Elektroautos - Porsche spricht von 6 Milliarden Euro bis 2022 - drücken etwas auf die Profitabilität des Unternehmens. Laut VW-Geschäftsbericht setzte Porsche 2018 rund 25,8 Milliarden Euro um - ein Plus von fast zehn Prozent. Das operative Ergebnis legte um 3,5 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro zu. Daraus ergibt sich eine operative Rendite von 16,6 Prozent für die Porsche AG. Der Wert gibt das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz und damit die Profitabilität des Unternehmens an. In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils mehr als 17 Prozent gewesen.

Von Birgit Zimmermann