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Porsche muss Cayenne Diesel aus Leipzig nachbessern

Rückruf und Verkaufsverbot Porsche muss Cayenne Diesel aus Leipzig nachbessern

Jetzt hat die VW-Abgasaffäre auch die Konzerntochter Porsche voll erwischt: Auf Geheiß von Bundesverkehrsminister Dobrindt muss der Hersteller die Auslieferung einer der beiden Diesel-Varianten des in Leipzig montierten Porsche Cayenne stoppen.

Die V6-Diesel-Version des Porsche Cayenne darf vorerst nicht mehr verkauft werden.

Quelle: Porsche

Leipzig/Berlin. Minister Alexander Dobrindt (CSU) verhängte am Donnerstag ein vorläufiges Zulassungsverbot für das Modell. Zugleich ordnete er einen europaweiten Rückruf an: 22 000 schon zugelassene Fahrzeuge müssen in die Werkstatt, davon 7500 in Deutschland. Bei ihnen soll die Motorsteuerungs-Software nachgebessert werden.

Porsche geht intern davon aus, das Problem zügig in den Griff zu bekommen. Das Verkaufsverbot für das Diesel-Modell soll dann wieder aufgehoben werden. Das gelte nur so lange, bis eine neue Software für die Motorsteuerung zur Verfügung stehe. Ein Porsche-Sprecher betontet gegenüber der LVZ, dass das Unternehmen die Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerungs-Software selbst festgestellt und dem Kraftfahrbundesamt gemeldet habe. „Mit der Behörde wurde eine Korrektur durch ein Software-Update im Rahmen eines Rückrufes vereinbart.“

Test entdeckt unerlaubte Abschalteinrichtung

Laut Dobrindt wurde bei dem betreffenden Modell eine unerlaubte Abschalteinrichtung für die Abgas-Reinigung gefunden. Bei amtlichen Tests wurde eine Technik festgestellt, die erkennt, dass der Wagen auf einem Abgas-Prüfstand steht – ansonsten ist der Schadstoffausstoß aber deutlich höher. Auf dem Prüfstand sei eine „Aufwärmstrategie“ angesprungen, die im realen Verkehr nicht aktiviert werde, erläuterte Dobrindt.

Mit aktiver Funktion habe der Ausstoß von Stickoxid (NO x) im Labor 94,9 Milligramm betragen, bei deaktivierter Funktion bis zu 138,55 Milligramm. Zusammen mit anderen Bedingungen habe das Fahrzeug die Testsituation erkannt. Dazu habe gehört, dass Wagen üblicherweise „händisch“ auf einen Prüfstand gebracht würden. Die Kombination sei sehr komplex und „nicht sehr leicht ersichtlich“ gewesen. Sie werde als unzulässige Abschalteinrichtung der Abgas-Reinigung eingestuft.

Nur Cayenne mit V6-Dieselmotor betroffen

Für die Kunden werde das Update kostenlos sein, hieß es bei Porsche. Betroffen ist ausschließlich der Cayenne mit 3-Liter-V6-Dieselmotor, den Porsche wie alle Selbstzünder von der Konzernschwester Audi bezieht. Laut Porsche betrifft der Rückruf die Baujahre 2014 bis 2017. Es gehe dabei um alle in diesem Zeitraum ausgelieferten Cayenne mit dem betreffenden Motor. Nicht betroffen ist der Cayenne S Diesel mit 4,2-Liter-V8-Motor.

Der V6-Motor wird leicht abgewandelt auch im Macan verbaut. Dort hatte Porsche bereits Ende 2016 mit einem freiwilligen Update. der Motorsteuerungs-Software begonnen. 33 000 Fahrzeuge waren betroffen, von denen bereits 80 Prozent abgearbeitet seien. Im Panamera wird nur der große V8-Diesel angeboten.

Jeder fünfte Porsche aus Leipzig ist ein Diesel

„Bei Porsche spielt der Diesel traditionell keine so große Rolle“, hatte Porsche-Chef Oliver Blume erst kürzlich in einem Gespräch mit der LVZ gesagt. „Wir haben keine eigene Diesel-Entwicklung und wir bauen auch keine Diesel-Motoren. Wir bedienen uns an der Stelle aus dem Baukasten des VW-Konzerns.“

Konzernweit lag der Diesel-Anteil 2016 bei rund 16 Prozent. Verbaut werden die von Audi gelieferten Selbstzünder ausschließlich in den drei Leipziger Baureihen. Hier liegt der Diesel-Anteil daher höher. Nach LVZ-Berechnungen waren es 2016 rund
21 Prozent.

Am Wochenende hatte Finanzchef Lutz Meschke in einem Interview angedeutet, dass sich Porsche auch ganz von dem Selbstzünder verabschieden könnte. „Wir haben in unserem Segment mit dem Plug-in-Hybrid und rein elektrischen Antrieben die richtigen Antworten. Warum soll ich krampfhaft an einem Diesel festhalten?“

Von Frank Johannsen (mit dpa)

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