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08:54 11.09.2018
Martin Dulig (SPD, Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Einfach war es nicht, aber Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat sich nicht abwimmeln lassen. In der Zentrale von Bombardier in Montreal traf der SPD-Politiker an diesem Dienstag mit dem Vizepräsidenten und Personalchef des kanadischen Bahnriesen, Dan Brennan, zusammen. Presse, so hieß es noch vor dem Treffen, sei nicht erwünscht. Nach dem vertraulichen Gespräch der beiden, trat Brennan dann doch vor das Mikrofon. „Wir haben mit Sachsen eine langfristige Partnerschaft“, sagte er. Und diese Partnerschaft wolle man in einer „kritischen und wichtigen Region“ fortsetzen. „Wir schauen in einer gemeinsame Zukunft“, so Brennan weiter. Zugleich dankte er der sächsischen Regierung sowie den Kommunen Bautzen und Görlitz für die Unterstützung in den vergangenen Jahren.

Dulig atmete nach dem Treffen hörbar durch. Brennan habe im Gespräch deutlich gemacht, sowohl in Bautzen als auch in Görlitz zu investieren und die Verträge einzuhalten, fasste er zusammen.

Mit der Einhaltung des Standortsicherungskonzept bis 2020 allein sei es aber nicht getan. Sachsen liege natürlich an einem Engagement darüber hinaus. Das habe man der Konzernspitze deutlich vermitteln können. Er wisse aber auch, so der Minister weiter, dass für die unternehmerischen Entscheidungen im internationalen Bahngeschäft die Zentrale in Berlin zuständig sei. Nach dem Treffen in Montreal habe er zumindest die Gewissheit, dass man jetzt auch im Mutterland des Konzerns die Sorgen der Sachsen kenne und ernst nehme.

Dulig nutzte die Gelegenheit und übergab Brennan ein Konzept des Betriebsrates, in dem die langfristige Entwicklung der beiden Standorte Bautzen und Görlitz aufgezeichnet ist.

Nach schwierigen Verhandlungen und zahlreichen Protesten waren die Kanadier Anfang des Jahres von ihren ursprünglichen Plänen der Betriebsschließung abgerückt. In einem Standortsicherungskonzept wurde der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen festgezurrt, allerdings nur bis 31. Dezember 2019. Zugleich weihte Bombardier im Juni eine neue Montagehalle für acht Millionen Euro ein. Betriebsrat und Gewerkschaft reicht das aber nicht. Um die Standorte in Sachsen sicher zu machen, fordern sie mindestens 30 Millionen Euro an Investitionen - in Bautzen und Görlitz. In der Neißestadt ist die Sorge vor Arbeitsplatzabbau besonders groß. Die Belegschaft befürchtet, dass der Standort zur verlängerten Werkbank wird. Knackpunkt ist der Wagenbau für den neuen ICE, den Bombardier – so jedenfalls die Pläne der Europazentrale in Berlin - an seinen polnischen Standort nach Breslau auslagern will.

Andreas Dunte

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