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Sachsens fleißige Tüftler - Erfinder aus dem Freistaat meldeten knapp 1000 Patente an

Sachsens fleißige Tüftler - Erfinder aus dem Freistaat meldeten knapp 1000 Patente an

Leipzig.  Er stapft auf sechs Füßen wie ein Insekt durch den Wald und erntet Holz, wo andere Maschinen nicht hinkommen: Ein sogenannter Portalharvester, entwickelt an Standort Tharandt der Technischen Universität Dresden und mit Industriepartnern erfolgreich auf den Markt gebracht.

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Erfindung aus Leipzig: Der Roboter-Baukasten „Kinematics“ für Kinder. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Unterstützung erhielten die Erfinder der TU Dresden dabei von der Sächsischen Patentverwertungsagentur (SPVA). „19 Verwertungen im Wert von 822.000 Euro konnten wir im vergangenen Jahr realisieren“, sagte SPVA-Sprecherin Beate-Victoria Ermisch der Nachrichtenagentur dpa.

Und das ist nur ein Beispiel für den Erfindergeist der sächsischen Tüftler, die auch im vergangenen Jahr wieder fleißig waren: 966 Patente wurden 2013 beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet, hinzu kamen 1940 Markenanmeldungen. Damit nahm Sachsen in der Rangliste der Bundesländer für Anmeldungen je 100.000 Einwohner bei den Patenten den siebten und bei den Markenanmeldungen den neunten Platz ein.

Was beim Portalharvester geklappt hat, wartet bei anderen Patenten noch auf die Vermarktung. So liegt bei der SPVA zum Beispiel eine Idee vor, mit der die Rettung Verunglückter in den Bergen erleichtert werden soll. Das Assistenzsystem verbindet Satellitendaten mit einer dreidimensionalen Darstellung der Felswände, um so auch bei schlechter Sicht oder Dunkelheit Rettungsteams zu den in Not geratenen Menschen führen zu können. „Dafür konnte noch kein industrieller Partner gefunden werden, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung kompliziert ist“, berichtete die SPVA-Sprecherin.

Schwierigkeiten bereitet dem SPVA-Team oft, dass Unternehmen selten die Unwägbarkeiten auf sich nehmen, die die Vermarktung mit sich bringt. „Unternehmen scheuen Risiken wie der Teufel das Weihwasser“, weiß Ermisch aus Erfahrung. Häufig ist dann im Hochschulbereich, in dem die SPVA tätig ist, eine Ausgründung der erfolgreichste Weg.

Solche Ausgründungen unterstützt zum Beispiel die Initiative Saxeed: Die westsächsischen Hochschulen beraten Studierende, die mit ihren Geschäftsideen auf den Markt wollen. Erfolgreich waren darin etwa die Jungunternehmerinnen Linda Walther und Therése Thierfelder. Sie bekamen im Februar 2014 Post vom Deutschen Patent- und Markenamt: Ihre Bekleidungskollektion können sie seither unter der eingetragenen Marke „Eisbörg“ an die Kundschaft bringen.

Ebenfalls eine erfolgreiche Idee aus Sachsen wird bei „Mr. Snow“ umgesetzt. Mit einem speziellen Werkstoff wurden Skipisten aus Textil entwickelt, die eine besonders glatte Oberfläche haben und die nicht, wie andere Ausführungen, ständig bewässert werden müssen. Die Erfindung ist als Gebrauchsmuster geschützt.

Doch auch neue Therapieansätze in der Medizin werden patentiert und können dann vermarktet werden. „Wir suchen gerade nach Partnern für eine Ausgründung aus dem Uniklinikum Dresden“, erklärte Ermisch. Dabei geht es um einen neuen Therapieansatz zur Behandlung von Leukämie. „Im Labor und im Tierversuch wurden schon gute Ergebnisse erzielt, aber es dauert sicher noch zehn Jahre, bis es zum klinischen Einsatz kommt.“

Geduld gehört bei der Vermarktung von Patenten immer dazu, meint die SPVA-Sprecherin: „Es ist immer ein Puzzle aus vielen Teilen, die zusammengefügt werden müssen. Nur: Nicht alle Teile liegen schon auf dem Tisch, sondern müssen erst gefunden werden.“

Gepuzzelt wird auch bei einer weiteren Erfindung aus Sachsen, einem Baukasten, mit dem Kinder Roboter bauen können. Das System kommt nach Angaben der Entwickler ganz ohne komplizierte Bauanleitungen und Kabel aus. „Kinematics“ nennt sich das System, das sich nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes jedoch mit ähnlichen Entwicklungen aus den USA auseinandersetzen muss.

Mit ihren Ideen setzen die sächsischen Tüftler eine reiche Tradition im Freistaat fort: Aus Sachsen kommt nicht nur das Porzellan aus Meißen, auch der Teebeutel, das „Odol“-Mundwasser, der Kaffeefilter und vieles mehr wurden hier erfunden.

Jörg Aberger, dpa

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