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Wirtschaft Regional Malkästen aus Mügeln: Sächsischer Familienbetrieb macht die Welt bunt
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14:28 09.03.2018
In der Mügelner Firma Varia, die der zweitgrößte Hersteller von Farbkästen in Deutschland ist, herrscht besonders vor Schuljahresbeginn Hochsaison. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Mügeln

Mit Farben aus der Kleinstadt Mügeln bei Leipzig malt die ganze Welt. "Kinder auf allen Kontinenten haben mittlerweile unsere Malkästen im Schulranzen", sagte der Geschäftsführer der Varia Color GmbH Mügeln, Michael Zehme. Sein Unternehmen gehöre zu den größten Herstellern von Farbkästen in Deutschland. Mehr als eine Million Stück werden von den 25 Beschäftigten jährlich auf die Reise geschickt. "Vor jedem Schuljahresbeginn ist bei uns Hochbetrieb", sagt Zehme. Die Produktion laufe derzeit teilweise in drei Schichten.

Ausgangsstoff für die Wasserfarben in zwölf Tönen seien anorganische und organische Pigmentmischungen. "Wir versuchen, sie zu einem großen Teil aus der Region zu bekommen", sagt der Geschäftsführer. Nach dem Mischen in den Maschinen, das nach ganz bestimmten Rezepturen erfolgt, wird das Pulver getrocknet und zu dünnen Plättchen gepresst. Diese kommen dann in die Farbkästen mit auswechselbaren Näpfen und integrierten Mischfeldern.

Ursprünge von 1872

Michael Zehme ist seit 2014 Chef in dem Betrieb, dessen Ursprünge in das Jahr 1872 zurückgehen. Zu DDR-Zeiten war Varia sogar der einzige Betrieb, der Malkästen herstellte. "Jedes Kind kannte uns", sagt Zehme. Er hält auch eine Familientradition hoch, denn er übernahm das Unternehmen von seinem Schwiegervater. Das Geschäft laufe gut, es gebe genügend Aufträge. Umsatzzahlen wollte er nicht nennen.

Familienbetriebe seien in Ostdeutschland eher selten, sagt Christian Haase, Landesvorsitzender von der Vereinigung "Die Familienunternehmer". Einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (Bonn) zufolge haben von den 4445 größten Familienunternehmen in Deutschland lediglich 300 ihren Sitz in Ostdeutschland, sagt Haase. Außerdem seien Familienunternehmen in den neuen Bundesländern eher kleiner. 98 Prozent von ihnen haben weniger als 20 Beschäftigte.

Neue Produkte

Das Unternehmertum als solches müsse in den neuen Ländern erst wieder aufgebaut und in der Gesellschaft verankert werden, so Haase. In Westdeutschland gäbe es über Jahrzehnte teilweise Jahrhunderte gewachsene Großunternehmen, die ganze Regionen beleben und neue Unternehmen anziehen.

Wachsen will auch Varia. "Um am Markt und vor allem gegen die Konkurrenz aus Asien bestehen zu können, entwickeln wir ständig neue Produkte", sagt Zehme. Neben Farben und Knetmasse fertigten die Mitarbeiter jetzt auch Produkte für den Badespaß. Dazu gehören Knetseifen, Badeschaum und ein Zaubermuschelbad für Kinder.

LVZ

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