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Wirtschaft Regional Schlichtung bei Halberg Guss in Leipzig gescheitert
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Schlichtung bei Halberg Guss in Leipzig gescheitert
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18:06 12.09.2018
Wochenlang war bei Halberg Guss in Leipzig gestreikt worden. „Die Nachwirkungen des langen und intensiven Streiks haben dazu geführt, dass eine zukunftsorientierte Lösung nahezu unmöglich geworden ist“, erklärte nun die Geschäftsführung. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Frankfurt/Saarbrücken/Leipzig

Der Konflikt beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) spitzt sich wieder zu. Die NHG-Geschäftsführung erklärte die Schlichtung am Mittwoch für gescheitert und teilte mit: „Ein Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni angenommen ist nicht mehr auszuschließen.“

Seinerzeit galt die Schließung der Leipziger Gießerei mit 700 Beschäftigten zum Jahresende 2019 als beschlossene Sache. Im Stammwerk Saarbrücken war ein Abbau von 300 der 1500 Jobs erwogen worden.

Geschäftsführung macht Streiks für Probleme verantwortlich

„Die Nachwirkungen des langen und intensiven Streiks haben dazu geführt, dass eine zukunftsorientierte Lösung nahezu unmöglich geworden ist“, begründete die Geschäftsführung ihren Schritt. Auch Gespräche mit möglichen Investoren hätten nicht die erhoffte Zukunftsperspektive eröffnet. „Wir müssen uns nunmehr mit Nachdruck dem Betriebsumbau der NHG zuwenden.“

Zuletzt war neue Hoffnung aufgekeimt. Das Unternehmen rückte in den Schlichtungsgesprächen überraschend von der angekündigten Schließung des Leipziger Werks ab und wollte über ein Fortführungs- und Zukunftskonzepten für beide Standorte verhandeln. Der seit Ende Juli unterbrochene Streik in Leipzig und Saarbrücken sollte bis dahin ausgesetzt werden.

IG Metall: Es gibt Verhandlungen mit Investor

Für die Mitarbeiter ist die neuerliche Hiobsbotschaft ein Schock. Die Gewerkschaft IG Metall erklärte, der Ausstieg der Geschäftsführung aus der Schlichtung sei „unverantwortlich“. Damit werde kein Problem der Standorte gelöst und die Belieferung der Kunden zusätzlich erschwert. „Nach unseren Informationen laufen gerade aktuell erfolgversprechende Verhandlungen mit einem Erwerber. Streit gibt es dabei vor allem über den Kaufpreis, den die Eigentümer der NHG erwarten“, sagte Bezirksleiter Jörg Köhlinger.

Er forderte, die Verhandlungen erfolgreich zu Ende zu führen, anstatt Jobs „durch Zockerei aufs Spiel zu setzen“. Ein Verkauf wäre ein richtiger Schritt, da das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Eigentümern und Kunden sowie Belegschaft eine schwere Hypothek sei.

Der Zulieferer von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Jahresbeginn zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor, die sich vor allem mit dem Volkswagen-Konzern erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hatte. Nach einem rund sechswöchigen Arbeitskampf lief seit Ende Juli die Schlichtung.

Von LVZ

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