Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Schneller und günstiger ans Ziel: Bad Dübener Firma CSD macht Güterverkehr Beine
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Schneller und günstiger ans Ziel: Bad Dübener Firma CSD macht Güterverkehr Beine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 02.01.2017
Für jeden Kunden das passende Programm: CSD-Chef Georg Seitz sucht mit seinen 30 Mitarbeitern am Firmensitz Bad Düben nach optimalen Lösungen. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Wenn ein großes schwedisches Möbelhaus eine Lieferung von seinem Werk bis in die Verkaufsfiliale nach Rom transportieren will, gehen dafür trotz moderner Infrastruktur einige Tage ins Land. Und es warten Fallstricke und ungeahnte Überraschungen: Was ist, wenn sich ein Container querstellt und den ganzen Transport aufhält? Oder ein LKW mit Defekt auf der Strecke bleibt? Und wie muss der Spediteur eigentlich planen, damit seine Fahrzeugflotte selbst dann optimal ausgelastet ist, wenn die Möbellieferung den LKW nur zur Hälfte füllt?

Für all diese Fragen suchen die Software-Spezialisten der Firma CSD aus dem nordsächsischen Bad Düben die besten Lösungen: Mit ihren beiden Kernprodukten, den eigenentwickelten Software-Programmen TransWarePRO und TransWare0ne sowie vielen, individuell anpassbaren Modullösungen für den jeweiligen Kunden aus der Transport- und Logistikbranche. Das hilft extrem viel Zeit und Kosten zu sparen. „Viele sind im Blindflug unterwegs. Wir zeigen Ihnen exakt die Kosten an jedem einzelnen Punkt der Transportkette und wie sie die Abläufe optimieren können“, sagt CSD-Chef Georg Seitz (52).

Der Firmengründer kennt sich mit klaren Abläufen bestens aus. Als Sohn einer siebenköpfigen Bauernfamilie aus dem bayrischen Oberpfaffenhofen gab es zunächst etwas ganz anderes zu optimieren: „Mein Studium musste ich mir selbst verdienen.“ Bei der Deutschen Luft- und Raumfahrtechnik (DLR) fand er die erhoffte Chance, um neben dem Studium der Elektronik- und Nachrichtentechnik in den Job einsteigen zu können. Später ging er für einige Jahr zu Daimler Benz und entwickelte dort das erste digitale Netzwerk des Konzerns. Den Sprung in die Selbstständigkeit wagte der gefragte Top-Entwickler 1995. Zunächst mit der CSD-Gründung in Weßling bei München, mit der Jahrtausendwende expandierte Georg Seitz nach Bad Düben – seine Frau stammt von hier. Inzwischen zählt die Firma rund 30 Mitarbeiter und betreut 53 Kunden mit über 300 angeschlossenen Speditionen. Rund 8500 Software-Lizenzen konnten bislang verkauft werden.

Auf der Referenzliste stehen klangvolle Namen der Transport-und Logistikbranche. So betreut CSD unter anderem das Schweizer Bahn-Unternehmen SBB Cargo AG oder den Milchverarbeiter Emmi AG – das Schweizer Pendant zu Müller-Milch. In Deutschland zählen die renommierte Spedition Willi Betz, die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker oder die Krombacher-Brauereigruppe zu den Kunden. Für die Transmed Transport GmbH, einem Spezialisten für Arzneimittel- und Ersatzteile-Zulieferungen, hat es CSD beispielsweise geschafft, den Transport von täglich 13 000 Touren mit 250 000 gescannten Sendungen neu zu organisieren. Vom Auftragsmanagement über die Kontrolle der Sendungen bis zur Abrechnung der Kunden läuft jetzt alles über die CSD-Software. „Das macht uns schon sehr zufrieden. Unsere Mitbewerber haben bereits Probleme mit nur 1000 Sendungen pro Tag.“

Wert legt der Chef auf Qualität und größtmögliche Flexibilität. „Wir müssen schneller als die anderen sein und trotzdem gründlicher“, so seine Philosophie. Was ausgeliefert wird, muss störungsfrei funktionieren, dafür investieren die Entwickler viel Energie in Tests. Ein Support wird zwar angeboten, er soll aber möglichst die Ausnahme bleiben. Für diesen Qualitätsanspruch nehmen die Dübener CSD-Leute auch nur eine begrenzte Zahl an Großaufträgen im Jahr an.

Weniger ist mehr – dafür springt am Ende ein Top-Ergebnis raus. CSD verweist gern auf seine Erfolge bei verschiedenen Kunden: Verdopplung der Transportmenge in nur zweieinhalb Jahren bei gleichbleibenden Logistikkosten, Verkürzung der Lieferzeiten von 72 auf nur 10 Stunden, Reduzierung der Personalkosten von bis zu 64 Prozent. Georg Seitz reizt diese Herausforderung, dank moderner Technik ungeahnte Potenziale zu entdecken: „Ich will selbst noch wissen, was es kostet, wenn eine Palette eine Stunde ungenutzt herumsteht.“

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Wie kommt nun der LKW mit den Billy-Regalen und Pax-Schränken am sichersten und schnellsten nach Rom? „In dem unsere Programme immer die beste Route ausrechnen und Alternativen von Anfang an einplanen. Dazu werden alle möglichen Szenarien durchgespielt. Gibt es ein Problem, tritt automatisch die bereits simulierte Alternativroute in Kraft, ohne dass erst ein Dispatcher aufgeregt hin- und her telefonieren muss“, erklärt der CSD-Chef. So machen die Dübener den LKWs und Zugwaggons weltweit Beine. Das spart viel Zeit, noch mehr Geld und jede Menge Nerven. Georg Seitz sagt selbstbewusst: „Wir sind die Problemlöser.“

Von Olaf Majer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Güterverkehr auf der Tausende Kilometer langen Strecke zwischen Deutschland und China wird für die Bahn immer wichtiger. Mit mehr als 40.000 Containern habe die Bahn das bislang größte Gütervolumen über die längste Eisenbahnstrecke der Welt bewegt.

29.12.2016

Sachsens Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr will das Breitbandnetz in Sachsen ausbauen, damit vor allem Firmen in den ländlichen Regionen nicht abgehängt werden. Doch auch den Privathaushalten soll das nutzen.

28.12.2016

Sachsens Wirtschaft wächst auch im kommenden Jahr. Während Wirtschaftsminister Dulig auf die Herausforderungen durch den digitalen Wandel hinweist, kritisieren Verbandsvertreter die Anhebung des Mindestlohns und die Russland-Sanktionen.

30.12.2016