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Solarkonzern Q-Cells erwartet Angebot aus Korea - Übernahme im September angepeilt

Solarkonzern Q-Cells erwartet Angebot aus Korea - Übernahme im September angepeilt

Der insolvente Solarkonzern Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen steht offenbar kurz vor dem Verkauf nach Asien. Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha, bisher schon als heißester Interessent gehandelt, will angeblich nächste Woche ein offizielles Gebot vorlegen.

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Q-Cells steht offenbar kurz vor dem Verkauf nach Asien.

Quelle: dpa

Bitterfeld-Wolfen/Seoul. Nächsten Monat könnte der Verkauf dann perfekt werden.

So konkret waren die Meldungen aus Seoul noch nie: Die Gespräche zur Übernahme von Q-Cells stünden kurz vor dem Abschluss, berichtet die Zeitung Korea Herald. Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischen komme, werde der Hanwha-Konzern nächste Woche ein offizielles Gebot an Insolvenzverwalter Henning Schorisch schicken, zitiert das Blatt aus Branchenkreisen. Im September, so der Zeitplan, könnte dann die Übernahme von Q-Cells erfolgen.

Bereits seit Wochen sollen die Koreaner bei Q-Cells die Bücher prüfen. Weder Hanwha noch Schorisch wollten das am Freitag aber bestätigen. Zu Gerüchten äußere man sich grundsätzlich nicht, sagte Schorischs Sprecher Christoph Möller. Hanwha-Sprecher Jang Woo Park wollte auf Anfrage ebenfalls nichts zum Stand der Q-Cells-Pläne sagen. Schon vor fünf Wochen hatte er der LVZ aber bestätigt, dass sein Unternehmen Interesse an Q-Cells habe und ein Kauf intern geprüft werde.

Der Mischkonzern gehört mit 32 Milliarden Dollar (25,6 Milliarden Euro) Jahresumsatz zu den größten Unternehmen Südkoreas. Abwickeln wollen die Koreaner den Kauf dem Bericht zufolge über ihre Chemiesparte Hanwha Chemical, die in dem Konzern auch für das Solargeschäft zuständig ist. Das besteht bisher vor allem aus der Tochter Hanwha Solar One in China. Die Firma arbeite mit Q-Cells bereits seit 2008 zusammen. Der damalige Chef in Bitterfeld, Anton Millner, hatte sie als Auftragsfertiger engagiert, um aus Solarzellen, die Q-Cells liefert, kostengünstig Module für nicht-europäische Märkte zusammenbauen zu lassen.

Hanwha ist aber offenbar nicht der einzige Interessent. "Der Investorenprozess läuft weiter", sagte Schorischs Sprecher Möller. Und es gebe nach wie vor mehrere Interessenten. Namen nannte er nicht. Anfang Juni hatte der Insolvenzverwalter schon die Q-Cells-Tochter Solibro verkauft - an den chinesischen Hanergy-Konzern, bisher vor allem in der Wasserkraft aktiv.

Von der Q-Cells-Übernahme verspricht sich Hanwha-Chef Kim Seung Youn laut Korea Herald nun Kostensenkungen und eine Qualitätsverbesserung. Dadurch wolle er Hanwaha zum Weltmarktführer in der Solarindustrie machen, hieß es. Diese Position hatte Q-Cells vor einigen Jahren schon - bevor die Bitterfelder von der aufstrebenden Konkurrenz aus China überholt wurden. Der von den Chinesen ausgelöste zunehmende Preisverfall bei Solarzellen hatte Q-Cells im April dann in die Insolvenz gezwungen.

Anders als beim ebenfalls zahlungsunfähigen Nachbarn Sovello wurden bisher aber keine Jobs gestrichen. "Es hat seit dem Insolvenzantrag keine Entlassungen gegeben", sagte Möller. "Die Produktion läuft weiter." Gut 100 Mitarbeiter hätten das Unternehmen bisher aber von sich aus verlassen. "Was in einem Insolvenzverfahren nicht nur völlig normal, sondern auch sehr wenig ist", wie Möller hinzufügte. Die Belegschaft sei dadurch von 1300 auf nun 1150 geschrumpft.

Bei Sovello musste dagegen bereits die Hälfte der einst 1000 Mitarbeiter gehen. Auch hier läuft die Suche nach einem Investor - vor allem in Asien.

Frank Johannsen

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