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Wirtschaft Regional Solarkonzern Q-Cells geht in die Insolvenz und hofft auf eine Zukunft
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15:50 02.04.2012
Der Krise der Solarbranche hat den einstigen Primus Q-Cells schwer getroffen. Quelle: Jan Woitas
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Bitterfeld-Wolfen

Damit drohen 2200 Stellen bei dem früheren Vorzeigeunternehmen der deutschen Solarbranche wegzufallen.

Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon ist dies die vierte größere Pleite in der deutschen Solarbranche. Die Unternehmen leiden unter Förderkürzungen sowie einem starken Preisverfall, der auch auf Konkurrenz aus China zurückgeht

Nach intensiver Prüfung von verschiedenen Alternativen sei man zu der Überzeugung gelangt, dass der Schritt rechtlich notwendig sei, erläuterte Q-Cells den Gang in die Insolvenz. Das Management werde mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aber an einem Fortbestand des Unternehmens arbeiten.

Damit hat sich eine Einigung mit Besitzern einer Anleihe, die das ursprüngliche Sanierungskonzept nicht mittragen wollten, in letzter Minute zerschlagen. Am Vormittag hatte deren Anwalt Peter Dreier noch Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert. „Leider haben alle versagt, die auf Seiten Q-Cells beteigt waren“, sagte Dreier nach der Insolvenz-Ankündigung. „Gewonnen haben nur die beteiligten Berater.“

Q-Cells hatte vergangene Woche Freitag erklärt, das ursprüngliche Sanierungskonzept sei gescheitert, weil Minderheits-Gläubiger mit Klagen gegen das Konzept vor Gericht voraussichtlich Recht bekommen würden. Das Konzept sah vor, dass die Anleihe-Besitzer zu den größten Eigentümern des Konzerns werden. Einige Gläubiger, zu zusammen weniger als zehn Millionen Euro verlangten, wollten die Pläne aber nicht mittragen und Bargeld sehen.

Der Solarkonzern beschäftigte zuletzt fast 2200 Mitarbeiter, viele davon in der früheren Braunkohle-Region Bitterfeld. Vergangenes Jahr hatte Q-Cells einen Verlust von 846 Millionen Euro ausgewiesen, der Umsatz war um ein Viertel auf rund eine Milliarde Euro eingebrochen.

In seiner Pflichtmitteilung erklärte das Unternehmen nun, dass eine Fortführung des Unternehmens nicht mit juristisch hinreichender Sicherheit vorhergesehen werden könne. „Daher ist die Stellung eines Insolvenzantrages rechtlich geboten.“

Unterdessen hofft die Gewerkschaft IG BCE, dass das Unternehmen auch nach einer Pleite weitergeführt werden kann. „Selbst eine Insolvenz heißt nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze in Größenordnungen verloren gehen“, sagte die Vize-Bezirksleiterin Sylke Teichfuß. Allerdings rechne sie nach dem Insolvenzantrag nun mit Entlassungen.

Rochus Görgen, dpa

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