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Sparkassen-Kunden sollen fürs Geldabheben zahlen

Neue Konto-Gebühr Sparkassen-Kunden sollen fürs Geldabheben zahlen

Sparkassen-Kunden müssen immer öfter fürs Geldabheben zahlen – und das nicht nur bei Geldautomaten der Konkurrenz. Jede zehnte Sparkasse in Deutschland erhebt von ihren Kunden bereits eine Gebühr fürs Abheben am eigen Automaten. Aus Sachsen dabei ist auch die Sparkasse Mudental aus Grimma. Jeder vierte Kunde ist hier betroffen.

Geldziehen am Automaten kann bei der Sparkasse teuer werden.

Quelle: dpa

Leipzig/Grimma. Die Sparkasse Muldental aus Grimma ist nur selten bundesweit in den Schlagzeilen. Am Donnerstag schaffte sie es sogar ins „heute journal“ des ZDF – mit einem wenig schmeichelhaften Eintrag in einer bundesweiten Karte. Zusammen mit 43 anderen Geldhäusern wurde sie als eines der Institute genannt, das jetzt auch die eigenen Kunden am Geldautomaten bezahlen lässt.

„Die Sparkassen schaffen die kostenlose Bargeldversorgung ab“, so Horst Biallo, dessen Finanzportal biallo.de die Liste zusammengetragen hat. 30 Cent pro Automatenbesuch werde bei der Sparkasse Muldental fällig, und zwar ab der ersten Abhebung, heißt es in der Biallo-Untersuchung.

„Das betrifft aber nur unser Kontomodell Giro Classic“, sagte am Freitag Anja Bergmann, Sprecherin der Sparkasse Muldental. Und das sei eines von drei Kontomodellen, aus denen die Kunden auswählen können. Bei den anderen beiden sei das Geldabheben weiter kostenlos. Nur ein Viertel der Kunden sei daher von der Gebühr betroffen, die große Mehrheit hebe weiter kostenlos ab.

In Zittau Gebühr bei allen Kontomodellen

Anders sieht es beim zweiten sächsischen Vertreter auf der Biallo-Liste aus: Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien aus Zittau bittet wirklich bei jedem Kontomodell am Geldautomaten zur Kasse. Bei drei der vier Kontomodelle werden die 40 Cent aber erst ab der vierten Abhebung fällig, die ersten drei sind jeden Monat frei.

In Sachsen-Anhalt sind die Sparkassen Harz und Anhalt-Bitterfeld dabei, in Brandenburg die in Elbe-Elster. Bei allen dreien gilt dasselbe wie in Grimma: Nur einzelne Kontomodelle sind betroffen. Thüringen dagegen ist auf der Liste gar nicht vertreten.

Biallo hatte alle knapp 400 Sparkassen bundesweit untersucht – und am Ende eine Liste aller Institute zusammengestellt, die eine Automatengebühr eingeführt haben. Spitzenreiter ist dabei die Sparkasse Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen, die ab der sechsten Abhebung einen Euro verlangt. Die anderen 43 Institute auf der Liste liegen zwischen 15 und 50 Cent.

Entgelt wird am Automaten nicht angezeigt

Vielen Kunden sei dabei nicht einmal bewusst, dass sie fürs Abheben zahlen müssen, kritisierte Horst Biallo. Denn anders als bei Fremdbanken werde das Entgelt für eigene Kunden am Automaten nicht angezeigt. Und auch im Preisverzeichnis der Geldhäuser werde der Posten meist gut versteckt, so Biallo. Andere Banken könnten dem Beispiel nun folgen, warnte Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das ist zu befürchten“, sagte sie.

Die beiden großen sächsischen Sparkassen in Leipzig und Dresden gaben auf Nachfrage aber Entwarnung. „Das Abheben und Einzahlen von Bargeld am Automaten ist für unsere 600 000 Privatkunden kostenlos“, erklärte der Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Andreas Rieger. „Eine Gebühr für diese Ein- und Auszahlungen am Automaten ist weder in Planung noch wird darüber nachgedacht.“

Sparkasse Leipzig gibt Entwarnung

Ebenso äußerte sich die Leipziger Sprecherin Barbara Bauer. „Bei der Sparkasse Leipzig gibt es derzeit keine Überlegungen, für unsere Kunden Gebühren für die Bargeldversorgung am Geldautomaten einzuführen.“ Nicht ganz so klar festlegen wollte sich die Kreissparkasse Döbeln. Derzeit gebe es zwar keine Gebühr für die Bargeldversorgung. „Derzeit planen wir in diesem Bereich auch keine Veränderungen“, sagte Vertriebsmanagerin Kati Dugas – und fügte sogleich hinzu:. „Wir können es jedoch nicht endgültig ausschließen.“

In Grimma dagegen ist die Gebühr fast schon ein alter Hut. „Die gibt es schon seit mindestens sechs Jahren“, so Bergmann, die die aktuelle Aufregung daher kaum verstehen kann. Und auch beim „Giro Classic“ seien drei Buchungen pro Monat frei. Dazu zählen aber nicht nur Barabhebungen, sondern auch jede Überweisung. „Das Modell ist wirklich nur etwas für Wenignutzer.“

Von Frank Johannsen

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