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Spreadshirt bleibt auf Wachstumskurs

Leipziger T-Shirt-Druckerei Spreadshirt bleibt auf Wachstumskurs

Die Leipziger T-Shirt-Druckerei Spreadshirt steckt sich ehrgeizige Ziele: In diesem Jahr will sie erstmals mehr als 100 Millionen Euro umsetzen – in fünf Jahren sollen es schon 200 bis 300 Millionen sein. Ab 2020 will Firmenchef Philip Rooke auch neue Auslandsmärkte erschließen. Denkbar seien Japan und Südkorea.

Die Spreadshirt-Zentrale in Leipzig-Plagwitz.

Quelle: Spreadshirt

Leipzig. Den Kinderschuhen längst entwachsen, mit seinen 15 Jahren im besten Teenie-Alter. Und dennoch schon ein weltweit agierendes Unternehmen, das in diesem Jahr erstmals einen dreistelligen Millionen-Umsatz einfahren will: die Leipziger Firma Spreadshirt, die 2002 gegründete wurde und über eine elektronische Handelsplattform ihre Geschäfte macht. Hier können Kunden T-Shirts und vieles mehr bedrucken lassen.

„2017 wollen wir die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro knacken“, verspricht Spreadshirt-Chef Philip Rooke. Im vergangenen Jahr betrug der Erlös bereits 93 Millionen Euro. 35 Prozent der Einnahmen werden in den USA erwirtschaftet, 23 Prozent in Deutschland, danach folgen Frankreich und Großbritannien. Und: „Seit 2010 sind wir profitabel“, sagt der gebürtige Brite stolz. Konkrete Gewinn-Zahlen mag der 49-Jährige allerdings nicht nennen.

Die Entwicklung klingt wie eine ganz normale Erfolgsgeschichte. Dabei war der Start mehr als schwierig. Einst wurde die Firmenidee in einem Gründerwettbewerb als „unrealistisches Geschäftsmodell“ abgetan. Inzwischen stehen weltweit 750 Mitarbeiter auf den Lohn- und Gehaltslisten – am Stammsitz in Leipzig sind es 250 aus 20 Ländern. Immerhin ist die Handelsplattform für das Bedrucken von Kleidung und Accessoires in zwölf Sprachen aktiv und nach eigenen Angaben europäischer Marktführer.

Zum Glück hatte sich seinerzeit der Student der Betriebswirtschaftslehre an der Handelshochschule Leipzig, Lukasz Gadowski, nicht beirren lassen, hielt an seinem Plan fest und gründete im Mai 2002 mit Diplom-Ingenieur Matthias Spieß das Unternehmen. Es verschickte im vergangenen Jahr vier Millionen Artikel in mehr als 150 Länder. Verkaufsstärkster Tag war der 12. Dezember, als 18 000 Bestellungen für insgesamt 30 000 Produkte eingingen. Über die Spread­shirt-Plattform vermarkten mehr als 70 000 Partner weltweit ihre Ideen.

„Der Verkaufsrenner sind nach wie vor T-Shirts“, erzählt Rooke. Dabei würden aber längst nicht nur spaßige Sprüche aufgebracht. „In den USA beispielsweise sind oftmals politische Aussagen gefragt. So gab es Pro-Trump-Shirts genauso wie Anti-Trump-Shirts“, berichtet der studierte Informatiker, der zwischenzeitlich unter anderem für die britische Supermarktkette Tesco arbeitete. 2009 kam er in die Leipziger Firma und leitet sie seit 2011.

Bedruckt werden jedoch nicht nur Shirts, sondern auch Kapuzenjacken, Stoffbeutel, Kaffeetassen, Baby-Lätzchen, Basecaps oder Handy­cover. Zu Weihnachten seien oftmals Koch- und Grill-Schürzen als Geschenke gefragt. Inzwischen sind auch künstlerische Motive dank moderner Digitaldirektdruck-Technik möglich. Insgesamt 200 Produkte gehören zum Sortiment der Leipziger.

„Wir helfen den Menschen, sich auszudrücken“, beschreibt der Chef die Firmenphilosophie. Dazu ist das Unternehmen in 18 Märkten mit länderspezifische Webseiten am Start. Kurzfristig sei nicht geplant, hier weiter zu expandieren. „In drei Jahren könnten vielleicht Japan, Korea und andere asiatischen Länder für uns interessant sein“, schätzt Rooke ein.

Fünf Produktionsstandorte gehören zu Spreadshirt. Sie befinden sich in Leipzig, im tschechischen Krupka (bei Teplice), im polnischen Legnica und in den beiden US-Städten Greensburg (Pennsylvania) und Las Vegas (Nevada). Neue Fertigungsstätten seien momentan nicht geplant. „In den vorhandenen haben wir noch Kapazitäten, zudem sollen sie effizienter werden“, erklärt der verheiratete Manager, dessen Frau in Tansania eine Wohltätigkeitsorganisation für Schulen leitet.

Zur Spreadshirt-Familie gehört auch das vor drei Jahren gegründete Start-up „Teamshirts“. Es ist darauf spezialisiert, etwa für Sportmannschaften spezielle Trikots nach Kundenwunsch zu gestalten. Generell für den Gruppenbedarf werde hier gearbeitet – etwa wenn eine Abi-Klasse ein Andenken an den Schulabschluss plant oder wenn T-Shirts für Junggesellenabschiede gewünscht werden.

Rooke weiß ganz genau, wie es mit seinem Unternehmen weitergehen soll. „Wir planen kontinuierliches Wachstum.“ Dafür werden im Schnitt pro Jahr drei Millionen Euro investiert – in die IT-Technik, die Produktentwicklung und ins Marketing. Er könne sich vorstellen, „dass wir in fünf Jahren einen Umsatz von 200 bis 300 Millionen Euro einfahren“.

Dafür seien in den vergangenen Jahren durch die Anschaffung moderner Drucktechnik und den Ausbau der Internationalität die Grundlagen geschaffen worden. „Meine Hauptbotschaft lautet: Wir werden das internationale Geschäft von Leipzig aus stärken.“ Die „sehr schöne Stadt“ bleibe natürlich der Hauptsitz von Spreadshirt.

Von Ulrich Langer

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Leipzig Spreadshirt
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