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Wirtschaft Regional Standort-Ausbau: Leipzigs neuer Porsche-Chef gibt Gas
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22:07 24.11.2017
Porsche-Werksleiter Gerd Rupp ist zuversichtlich. Quelle: André Kempner
Leipzig

Im Leipziger Porsche-Werk stehen die Zeichen auf Erweiterung. „Wir sind zuversichtlich, dass Porsche mittelfristig den Standort ausbauen wird“, sagte Gerd Rupp (49), Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, gegenüber der LVZ. Im Gespräch ist dabei ein Presswerk. Das würde rund 200 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Erweiterungsflächen sind vorhanden. Bislang investierte Porsche in den hiesigen Standort gut 1,3 Milliarden Euro.

Für 25 Millionen Euro wird im nächsten Jahr ein neues Logistikzentrum hochgezogen. Rupp verspricht sich davon jährliche Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe. Ziel sei, das Werk weiter hochproduktiv zu gestalten. Im Sommer 2018 steht zudem das Facelift des Macan an. Sollte die Porsche-Zentrale in Stuttgart auch einen Elektro-Macan wollen, „haben wir sicherlich große Chancen, dass er dann hier am Standort gebaut wird“, sagte Rupp. Er ist seit 1. Juli neuer Chef des Werks und damit Nachfolger von Siegfried Bülow (65), der die 2002 eröffnete Fabrik aufgebaut hatte.

Aufwärts geht es seinen Angaben zufolge auch bei den Mitarbeiterzahlen. Gegenwärtig sind in der Fabrik im Norden Leipzigs 4100 Beschäftigte direkt angestellt. In den nächsten Jahren sollen weitere 300 Arbeitsplätze geschaffen werden, davon ein Drittel 2018.

Damit legt das Autoland Sachsen weiter zu. Vor Kurzem hatte bereits BMW angekündigt, in das Leipziger Werk, in das bis jetzt gut zwei Milliarden Euro flossen, weitere 300 Millionen Euro zu stecken. Die angekündigten Investitionen fließen vor allem in vollautomatisierte Hochtechnologie-Anlagen und neue Fahrzeug-Modelle. „Mit steigendem Volumen werden langfristig gesehen sicherlich auch immer wieder neue Mitarbeiter hinzukommen“, so Werkleiter Hans-Peter Kemser (52). Gegenwärtig beschäftigt BMW hier 5300 Mitarbeiter. Das 229 Hektar große Areal ist erst zu 55 Prozent bebaut.

Volkswagen spendiert eine Milliarde Euro für das Werk in Zwickau, um es komplett auf die Produktion von Elektroautos umzustellen. 2019 soll dort die völlig neue I.D.-Modellfamilie anlaufen, Fahrzeuge der Kompaktklasse. Hinzu kommen sollen E-Autos von Audi und Seat. In der Gläsernen Manufaktur in Dresden wird seit März bereits der E-Golf montiert. Der Konzern hat in Sachsen 10.000 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste.

Womöglich schon im kommenden Jahr könnte der Baustart für eine Autofabrik in Rothenburg in der Oberlausitz sein. Der chinesische Autozulieferer Beijing WKW Automotive plant, über seine Tochter Delon Automotive in der Oberlausitz 1,1 Milliarden Euro zu investieren. 1000 Mitarbeiter sollen dann Premium-Elektroautos herstellen.

Die Autobranche in Sachsen, die auch 780 Zulieferer umfasst, bietet 95.000 Beschäftigten Lohn und Brot und ist der stärkste Wirtschaftszweig. Sie trägt mehr als ein Viertel zum Industrieumsatz von jährlich über 60 Milliarden Euro bei und mehr als ein Drittel zu den Exporten. Etwa jeder zehnte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus Sachsen.

Ulrich Milde

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