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Strenger Frost lässt die Arbeitslosenzahl steigen - Quote deutlich besser als im Vorjahr

Strenger Frost lässt die Arbeitslosenzahl steigen - Quote deutlich besser als im Vorjahr

Die Arbeitslosigkeit ist im Februar leicht gestiegen. Nach Angaben der Regionaldirektionschefin Jutta Cordt am Mittwoch in Chemnitz sind in Sachsen 236.118 Menschen erwerbslos gemeldet, das sind 2082 mehr als im Januar.

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Die extreme Kälte hat auch auf dem Arbeitsmarkt ihre Spuren hinterlassen: Im Februar legte die Arbeitslosigkeit noch einmal leicht zu - und verharrt damit über der Drei-Millionen-Marke.

Quelle: Peter Endig

Chemnitz/Nürnberg. Die Arbeitslosenquote kletterte damit von 11,0 auf 11,1 Prozent. Für den Anstieg machte die Arbeitsagentur vor allem saisonale Gründe geltend.

Angesichts der tiefen Temperaturen konnten vor allem auf dem Bau und in grünen Berufen kaum noch Außenarbeiten ausgeführt werden. Vor einem Jahr, im Februar 2011, hatte die Arbeitslosenquote noch bei 12,4 Prozent gelegen, damals waren rund 264 000 Menschen ohne Job gemeldet - das waren knapp 28.000 mehr als jetzt.

Sachsen liegt damit im Bundestrend. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar um 26.000 auf 3.110000 gestiegen. Das waren 203.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 7,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,9 Prozent gelegen.

Der Hauptgrund dafür sei der klirrende Frost in der ersten Monatshälfte. Nach Darstellung von HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch hatte wegen der extremen Kälte auf vielen Baustellen die Arbeit geruht. Trotz der dämpfenden Wirkung des sogenannten Saisonkurzarbeitergeldes könne das dem einen oder anderen Bauarbeiter vorübergehend den Job gekostet haben. Dies schlage sich dann auch entsprechend in der Arbeitslosenstatistik nieder. „Wir haben im Februar schon klar negative Effekte vom Bau“, betont Koch.

Nach Abzug dieser saisonalen Faktoren überwiegt bei den befragten Fachleuten allerdings vorsichtiger Optimismus. „Viele Indikatoren deuten auf eine weitere Expansion am Arbeitsmarkt hin. Das zeigte beispielsweise die weiterhin wachsende Zahl bei den offenen Stellen im Januar“, macht etwa Konjunkturforscher Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut deutlich. Vor allem Dienstleistungsunternehmen, aber auch viele Baufirmen planten nach dem Ifo-Beschäftigungsbarometer weiterhin Neueinstellungen.

Trotzdem war die Lage für Jobsucher im Februar nicht mehr ganz so rosig wie in den zurückliegenden Monaten. Erstmals seit dem Ende der Finanzkrise ist die Arbeitskräftenachfrage nach Feststellungen der Bundesagentur wieder etwas stärker geschrumpft. Den Arbeitsagenturen seien weniger neue Stellen als in den Vormonaten gemeldet worden. Entsprechend sank der von der BA ermittelte Stellenindex um 4 auf 175 Punkte.

Abgesehen von einer Delle im Sommer 2011 war die Nachfrage nach Arbeitskräften seit Juni 2009 kontinuierlich gestiegen und hatte zuletzt ein Rekordniveau erreicht.

Die BA-Erkenntnisse decken sich weitgehend mit den Prognosen der befragten Bankenvolkswirten. Sie gehen davon aus, dass die Zeiten der rasanten Jobzuwächse wie im Jahr 2011 erst einmal vorbei sind. „Das geht derzeit alles in Richtung eines moderaten Beschäftigungswachstums“, meint etwa HypoVereinsbank-Vertreter Koch.

Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Schneider hält in den kommenden Monaten sogar vorübergehend einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen für möglich. Ein deutlicher Hinweis darauf ist für ihn der jüngste Einkaufsmanager-Index: „Die Daten zeigen, dass die Unternehmen inzwischen bei Neueinstellungen vorsichtiger planen.“

dpa

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