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00:18 01.10.2016
So sehen Stromkabel aus,d ei in die Erde gelegt werden. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat am Mittwoch in Leipzig Gästen aus Politik und Verwaltung erste Vorschläge für Trassenkorridorvarianten für den Süd-Ost-Link vor. Die Neuplanung dieser Stromautobahn war aufgrund von Änderungen am Bundesbedarfsplangesetz Ende 2015 erforderlich geworden. Seitdem ist festgelegt, dass die Gleichstromverbindung von Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt bis nach Isar bei Landshut in Bayern führt – und primär als Erdkabel verlegt werden soll.

„Leipzig wurde gewählt, weil es zentral liegt“, sagte Projektleiter Bernhard Segbers. Betroffen von der neuen Trasse sind vor allem Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sachsens ist womöglich mit dem Vogtland eine 30 Kilometer lange Strecke dabei. An Leipzig gehen die Kabel vorbei, weshalb hier auch keine Bürgerveranstaltungen vorgesehen sind.

Energiewende macht Bau erforderlich

Wegen der Energiewende als Herzstück ist der Bau von Strom-Autobahnen erforderlich. Sie gehen vom Norden, wo naturgemäß viel Windenergie erzeugt werden kann, in den industriell starken Süden. Dort werden in den nächsten Jahren die letzten Kernkraftwerke vom Netz genommen. Schon jetzt gibt es erhebliche Probleme, den Windstrom in den Süden zu transportieren, weil es an den erforderlichen Leitungen fehlt. Die Folge sind Zwangsabschaltungen von Windanlagen im Norden.

Die 500 Kilometer lange Strecke Süd-Ost-Trasse von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Landshut in Niederbayern – über diese Route sollen künftig zehn Terawattstunden Strom transportiert werden – soll 2025 in Betrieb genommen werden. Eigentlich sollte der Stat drei Jahre früher erfolgen.

Erdverkabelung sorgt für Verzögerung

Grund für die Verspätungen ist, dass der Bund und die Länder der Erdverkabelung den Vorrang gegeben haben vor Freileitungen. „Erdkabel können uns helfen, die Akzeptanz für den Netzausbau zu schaffen“, sagt Joachim Homannn, Chef der für die Genehmigungen zuständigen Bundesnetzagentur in Bonn, mit Blick auf die heftigen Proteste von Betroffenen gegen geplante Freileitungen.

Das hatte zur Folge, dass die Süd-Ost-Link-Trasse völlig umgeplant werden muss. „Von der alten Planung können wir nicht viel nutzen“, sagt Olivier Feix von 50Hertz. Ursprünglich sollte die Strecke von Bad Lauchstädt nach Meitingen bei Augsburg gehen, nun wird sie von Wolmirstedt nach Landshut gebaut. Für den Abschnitt in Bayern ist der Übertragungsnetzbetreiber Tennet zuständig. Gegenwärtig untersucht 50Hertz mögliche Trassenverläufe. Sie orientieren sich an der Luftlinie zwischen Wolmirstedt und Isar. Feix geht davon aus, dass Ende März 2017 eine Vorzugsvariante zum Trassenverlauf erarbeitet sein wird, die dann die Netzagentur genehmigen soll. Danach sind drei Jahre für die Bundesfachplanung eingetaktet, weitere drei Jahre für die Detailplanung und anschließend zwei Jahre für den Bau. Die neue Trasse dürften rund fünf Milliarden Euro kosten.

Von Ulrich Milde

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