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Ungewissheit für 5000 Stromkunden: Netz Leipzig will Care Energy Versorgung verweigern

Ungewissheit für 5000 Stromkunden: Netz Leipzig will Care Energy Versorgung verweigern

Es geht um nicht beglichene Zahlungen, einstweilige Verfügungen und tausende Stromkunden in Leipzig: Im Rechtsstreit zwischen dem Stromanbieter Care Energy (MK Energy) und der Netz Leipzig GmbH, einer hundertprozentigen Stadtwerketochter, verhärten sich die Fronten.

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Der Energieversorger Care Energy wehrt sich gegen die Kündigung durch die Netz Leipzig GmbH. Was aus den mehr als 5000 Stromkunden in der Messestadt wird, ist derzeit noch ungewiss.

Quelle: Screenshot

Leipzig. Nach einem Beschluss des Landgerichts vom Dienstag ist die gegen den Hamburger Energieversorger ausgesprochene Kündigung wirksam. Was das für 5300 Kunden des Unternehmens in der Messestadt bedeutet, ist aber noch ungewiss.

Bei Marc März, dem Sprecher von Care Energy, liefen am Mittwoch die Telefone heiß. Viele Kunden waren durch die Entscheidung des Leipziger Gerichts verunsichert. „Es ist richtig, dass unser Vertrag zum 31. Oktober gekündigt ist“, räumte März gegenüber LVZ-Online ein. „Trotzdem werden unsere Kunden auch ab 1. November weiterhin versorgt. Und zwar von uns und zu unseren Tarifen.“

Care Energy will neuen Lieferantenvertrag

Hintergrund des Streits: Die Netz Leipzig hatte dem Stromanbieter wegen ausbleibender Vorauszahlungen für die Netznutzung den Vertrag gekündigt. Mehr als vier Monate sei Care Energy mit seinen Gebühren im Rückstand gewesen, sagte Netz-Sprecher Thomas Stein am Mittwoch. Zwar konnte der Anbieter zwischenzeitlich eine einstweilige Verfügung zur Weiternutzung des Netzes erwirken. Mit der Entscheidung des Landgerichts endet die Versorgung nun jedoch Ende Oktober – zumindest nach aktuellem Stand.

Care Energy kündigte noch am Mittwoch an, einen neuen Lieferantenrahmenvertrag ab 1. November abzuschließen. „Die Netznutzung hierfür ist bereits bezahlt“, betonte März und verwies darauf, dass die Netz Leipzig laut Paragraph 20 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) den Vertrag akzeptieren müsse. Dem widersprach jedoch Netz-Sprecher Stein gegenüber LVZ-Online vehement. „Das Gesetz sieht durchaus vor, einen neuen Vertrag aus bestimmten Gründen zu verweigern“, sagte er. Dies sei aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Hamburger Stromanbieter sogar „sehr wahrscheinlich“.

Care Energy legte am Donnerstag noch einmal nach und sprach von einer versuchten Rufschädigung durch die Netz Leipzig. Ein Wirtschaftsprüfer solle nun die Unterlagen des Hamburger Versorgers überprüfen.

Kunden werden in jedem Fall weiter versorgt

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Die Netz Leipzig hatte Care Energy wegen ausbleibender Vorauszahlungen für die Netznutzung den Vertrag gekündigt.

Quelle: dpa

Eine Fortsetzung des Rechtsstreits scheint also vorprogrammiert – Leidtragende sind die Kunden. Von welchem Stromanbieter die 5300 Haushalte in Leipzig ab 1. November versorgt werden, ist unklar. Sollte kein neuer Vertrag mit Care Energy zustande kommen, müssen sie laut Netz AG in die – deutlich teurere – Grundversorgung der Leipziger Stadtwerke wechseln. Der kommunale Energieversorger ist das Mutterunternehmen des Netzbetreibers.

 

„Die Kunden werden in jedem Fall weiter versorgt“, betonte Netz-Sprecher Stein und verwies darauf, dass die Bundesnetzagentur in Bonn bereits als Aufsichtsbehörde über die Vorgänge informiert sei. In den nächsten Tagen würden die Betroffenen Post von der Netz Leipzig erhalten, so Stein. März empfahl jedoch, die Briefe zu ignorieren, da diese keine Rechtswirkung hätten. „Care-Energy hat seine Kunden bisher gegen den Widerstand der Netz Leipzig GmbH beliefert und wird dies auch weiterhin tun.“

Die Netz Leipzig GmbH hat für Kundenfragen die Service-Rufnummer (0341) 121-4999 geschaltet, die bis 19. November 2013 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar ist.

Robert Nößler

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