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Wirtschaft Regional Verbio baut nach Rekordjahr die Produktion weiter aus
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16:05 21.09.2016
Verbio-Standort in Zörbig. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio mit Sitz in Zörbig und Zentrale in Leipzig eilt von Rekord zu Rekord: Nachdem Vorstandschef Claus Sauter vor einem Jahr schon das beste Ergebnis aller Zeiten verkünden konnte, setzte er nun noch einmal einen drauf: Im Geschäftsjahr 2015/16, das Ende Juni zu Ende gegangen war, wurden die Bestwerte des Vorjahrs nochmals übertroffen.

„Es ist erneut das beste Geschäftsjahr in der Geschichte der Verbio AG“, sagte Sauter am Mittwoch stolz bei der Bilanzvorlage. „Wir konnten das eigentlich schon sensationelle Ergebnis von 2014/15 nochmals verbessern.“ Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schnellte um 44 Prozent auf gut 73 Millionen Euro in die Höhe.

Dabei waren schon die knapp 51 Millionen vor einem Jahr der beste Wert seit dem Börsengang 2006 gewesen. Mit dem nun erzielten Ergebnis wurde das selbst gesteckte Ziel sogar noch übertroffen: Das hatte Sauter im Februar von ursprünglich 50 auf 70 Millionen Euro angehoben.

Aktionären winkt höhere Dividende

In allen Bereichen konnte das Unternehmen mit seinen 488 Mitarteiern zulegen. Der Umsatz erhöhte sich bei nahezu unverändertem Absatz um sechs Prozent zu. Zwei Drittel davon entfielen auf Bio-Diesel. Beim Gewinn sorgte dagegen vor allem das zweite Standbein Bioethanol einschließlich Biomethan für Schub: Das Ebitda dieses Segments wurde von 22 auf 42 Millionen Euro fast verdoppelt, während sich die Biodiesel-Sparte von 27 auf 30 Millionen Euro verbesserte.

Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Nachdem es für das vergangene Jahr erstmals überhaupt eine Dividende gegeben hatte, soll sie nun von 10 auf 15 Cent je Aktie steigen. Entschieden wird das aber erst auf der Hauptversammlung im Januar.

Wartungsarbeiten drücken Produktion

Die Produktion blieb dagegen ganz leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres. „Das lag aber ausschließlich am Bioethanol“, fügte Sauter hinzu. An beiden Produktionsanlagen in Schwedt und in Zörbig waren umfangreiche Instandhaltungsarbeiten fällig. „Die haben mehrere Wochen gedauert.“

Die Produktion des Stoffs, der unter anderem dem E10-Benzin beigemischt wird, ging dadurch um fast vier Prozent zurück. Die Auslastung der Anlagen lag nur bei 92 Prozent. Das habe aber lediglich an den Wartungsunterbrechungen gelegen, betonte Sauter. „Wir hätten mehr verkaufen können, wenn wir mehr produziert hätten.“

Ganz anders die Lage in den anderen Bereichen: „Biodiesel läuft an der Kapazitätsgrenze“, sagte Sauter. „Die Auslastung lag bei 99,9 Prozent.“ Beim Biomethan, das als Erdgasersatz dienst, wurde die 100-Prozent-Marke sogar überschritten: 108,5 Prozent Auslastung. „Das ist wirklich sensationell“, so Sauter.

Kapazität wird ausgebaut

Um der hohen Nachfrage standzuhalten, hat Verbio nun mehrere Millionen Euro investiert und die bestehende Anlagen ausgebaut. Fast fünf Millionen Euro flossen allein in die Verbesserung der Biomethan-Produktion in Schwedt und Zörbig. Die Kapazität stieg dadurch ab Juli 2016 um ein Viertel.

Knapp fünf Prozent mehr ist nun auch beim Biodiesel möglich, wo gut eine Million Euro in die Anlagen in Schwedt und Bitterfeld investiert wurde.Der Expansion geht im neuen Geschäftsjahr weiter: 8,6 Millionen Euro will Sauter allein in den weiteren Ausbau und die Optimierung der Biomethan-Herstellung stecken.

Das zweite große Investitionsprojekt ist die neue Sterol-Anlage in Bitterfeld. Die hat der Konzern gerade erst für 3,1 Millionen Euro gebaut und Ende 2015 in Betrieb genommen.

Neues Geschäftsfeld boomt

Der Neubau ist Teil des Plans, verstärkt in Bereiche abseits der Kraftstoffe vorzudringen. Sterole sind Fettbegleitstoffe, die als Nebenprodukt bei der Biodiesel-Herstellung anfallen, ihren Einsatz aber als Nahrungsergänzungsmittel und Cholesterinsenker finden.

„Das ist sehr erfolgreich“, sagte Sauter. „Unsere Sterole sind ausverkauft.“ Bis Mitte 2017 will er die Produktion daher verdoppeln. Bis zu 3,5 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die Erweiterung kosten.

Beim Gewinnziel für das neue Geschäftsjahr bleibt Sauter allerdings zurückhaltend. 55 Millionen Euro sollen es werden, kündigte er an. Das wäre fast ein Viertel weniger als im soeben beendeten Rekordjahr. „Wir planen lieber vorsichtig“, sagte Sauter. Wenn es am Ende ­besser laufe, so sei das dann umso er­freulicher.

Von Frank Johannsen

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