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Wirtschaft Regional Viele sächsische Unternehmen wollen Flüchtlinge einstellen
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09:41 31.10.2015
Ein großer Teil der sachsischen Firmen will Flüchtlinge einstellen und ausbilden. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

Ein Großteil der sächsischen Wirtschaft sieht den aktuellen Flüchtlingszustrom als Chance, den Fachkräftemangel in der Region auszugleichen. Das hat eine Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) unter 2500 Unternehmen im Freistaat ergeben. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg wollen 63 Prozent der Firmen Asylbewerber einstellen. Bei großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt die Bereitschaft bei 89 Prozent, heißt es in einer IHK-Mitteilung vom Mittwoch.

Für 2016 habe bereits etwa der Hälfte aller Befragten konkrete Einstellungsperspektiven angeben – in den meisten Fällen kommen die Angebote aus der Industrie oder dem Gastgewerbe. 43 Prozent der Einstellungswilligen setzen eine Berufsausbildung voraus, jedes zehnte Unternehmen sucht Akademiker – der Rest bietet Tätigkeiten für un- und angelernte Flüchtlinge an.

Gute bis sehr gute Deutschkenntnisse sind für mehr als die Hälfte aller Firmen Grundvoraussetzung für eine Anstellung, heißt es weiter im Bericht der Industrie- und Handelskammer. Jedes zweite Unternehmen fordert von den Geflüchteten nachweislich eine abgeschlossene Berufs- oder Schulausbildung, damit sie einen Job bekommen. Etwa 40 Prozent der sächsischen Firmen bietet auch an, Asylbewerber auszubilden – ein Großteil für gewerblich-technischen Berufe. Knapp Zweidrittel der ausbildenen Unternehmen würd ihr Engagement allerdings davon abhängig machen wollen, dass die Asylbewerber zumindest temporär auch nach Abschluss der Ausbildung in Deutschland bleiben können.

Von Gesetzgeber und Behörden fordern der sächsischen Unternehmen derweil einen Abbau verschiedener bürokratischer Hürden bei der Beschäftigung von Flüchtlingen. Die Hälfte aller Befragten nennt dabei eine undurchschaubare Rechtslage und Unsicherheiten über das tatsächliche Qualifikationsniveau der ausgebildeten Geflüchteten als größte Probleme. Zudem fürchten 42 Prozent Spannungen durch kulturelle Unterschiede. Die Höhe des Mindestlohns ist für die Einstellung von Asylbewerbern nach Angaben der IHK dagegen nur für etwa ein Viertel der sächsischen Unternehmen kritisch.

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