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Wirtschaft Regional Volga-Dnepr schickt neue Frachtairline an den Start
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19:47 28.08.2018
So ähnlich werden auch die Maschinen der neuen Cargo Logic Germany aussehen: Eine Boeing 747 der britischen Schwester Cargo Logic Air in London. Quelle: CLA
Schkeuditz

Bisher ist die russische Frachtairline Volga-Dnepr in Schkeuditz vor allem für die großen Antonow-Maschinen AN-124 bekannt, die hier stationiert sind. Jetzt schicken die Russen auch kleinere Maschinen an den Start – und gründen dafür in Schkeuditz eine neue deutsche Tochter: Cargo Logic Germany. Geflogen werden soll mit kleineren Frachtmaschinen des Typs Boeing 737.

Beim Luftfahrtbundesamt wurde nun die Genehmigung für die neue Airline beantragt, sagte Cargo-Logic-Chef Ulrich Ogiermann dem Fachportal Cargoforwarder. „Das Verfahren läuft auf Hochtouren.“ Damit profitiert Leipzig/Halle vom Brexit. Denn bisher sitzt Cargo Logic in London, 2015 hatte Volga-Dnepr die neue Tochter dort am Airport Stansted an den Start geschickt.

Wegen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU wurde nun eine neue Basis in der Europäischen Union gesucht. Das hatte bereits im April die Deutsche Verkehrszeitung berichtet. Grund: Sollte Großbritannien Ende 2019 ohne Vereinbarung aus der EU ausscheiden, dürften britische Maschinen nicht mehr ohne Weiteres in der EU landen. Deshalb, so hieß es damals, wurde eine neue Basis innerhalb der EU gesucht.

Maschinen werden nur geleast

Als Standort habe man sich ganz bewusst für Leipzig/Halle entschieden, sagte Ogiermann. „Die Gespräche mit den Flughafenverantwortlichen, die sehr frachtorientiert denken, waren sehr ermutigend“, sagte der 56-Jährige. Für den Standort spreche nicht zuletzt der Rund-um-die-Uhr-Betrieb für Frachtmaschinen – und der riesige Wartungshangar an der Autobahn 14, den die Konzernmutter Volga-Dnepr hier seit 2013 betreibt. Hier sollen auch die Boeings der neuen Cargo Logic Germany gewartet werden, kündigte Ogiermann an.

An den Start gehen soll die neue Airline zunächst mit drei geleasten Boeing 737, die von Passagier- zu Frachtmaschinen umgebaut wurden. Bis Ende 2018 sollen sie in Schkeuditz eintreffen. Dabei muss es aber nicht bleiben. „Wir beginnen in Leipzig zunächst mit einer begrenzten Anzahl an Flugzeugen, stocken die Flotte aber auf, sollte die Marktlage es erfordern“, erklärte Ogiermann. Die Suche nach Piloten sei bereits angelaufen. Wann genau der Flugbetrieb dann losgeht, ließ der Manager noch offen. „Wir arbeiten uns Schritt für Schritt voran.“

Britische Schwester bleibt in London

Komplett verlegt wird die britische Cargo Logic Air aber nicht. Vielmehr handelt es sich bei der Cargo Logic Germany um eine neue Schwester-Airline. Auch die bisher in London stationierten Flugzeuge sollen nicht umziehen. In England betreibt die Volga-Dnepr-Tochter bisher ausschließlich Maschinen des Typs Boeing 747, von denen drei Maschinen in London-Stansted fest stationiert sind. Sie sind fast doppelt so groß wie die nun in Leipzig geplanten Flieger.

Ogiermann war erst im Juli von Volga-Dnepr angeheuert worden, um den Aufbau der neuen deutschen Tochter voranzutreiben. Der 56-Jährige hatte zuvor fünf Jahre lang bei Qatar Airways das Frachtgeschäft geleitet. Gestartet hatte der gebürtige Hanauer seine Karriere 1990 bei der Lufthansa.

Von Frank Johannsen

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