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21:25 16.09.2016
Das neue Gebäude der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient in Leipzig wurde am Freitag offiziell eröffnet. Durch die Erweiterung des Standortes wurden nicht nur die Produktionskapazitäten erweitert, sondern auch die Zahl der Mitarbeiter von 350 auf 400 erhöht. Quelle: G&D
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Leipzig

Zurück zu den Wurzeln – zumindest ein weiteres Stück. Die Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient (G&D) hat offiziell ein neues Druckgebäude im Leipziger Werk eröffnet. Damit stärkt das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in München hat, seinen sächsischen Standort. Der Banknoten-Druck in Deutschland ist nun komplett in Leipzig konzentriert. Ende des vorigen Jahres war die Euro-Produktion in München beendet worden.

Am Freitagabend um 19.15 Uhr durchschnitt G&D-Chef Walter Schlebusch das Band und gab damit das neue Gebäude frei. In den Bau, durch den die Fertigungskapazität um 2600 Quadratmeter erweitert wurde, sowie in mehrere Modernisierungsmaßnahmen steckten die Bajuwaren einen zweistelligen Millionenbetrag im unteren Bereich. Die Mitarbeiterzahl in Leipzig erhöhte sich im Zuge der Maßnahme von 350 auf mehr als 400. „Wir haben uns in Leipzig immer sehr beholfen, weil der Standort nicht für moderne Maschinen geeignet war“, begründete Schlebusch die Investition.

Die Leipziger stellen auf zwei Linien Banknoten her – nicht nur Euro-Scheine, sondern Banknoten für die gesamte Welt. Über die genaue Menge schweigt sich das Unternehmen aus. Klar ist allerdings, dass in Leipzig „ein paar Hundert Millionen“ jedes Jahr gedruckt werden, damit die Pressen ausgelastet sind. Auch Briefmarken werden hier produziert.

Auch Kasinos gehören zu den Kunden

Das Unternehmen blickt auf eine inzwischen 164-jährige Geschichte zurück. Die Firma wurde am 1. Juni 1852 von Hermann Giesecke und Alphonse Devrient in Leipzig als „Typographisches Kunst-Institut Giesecke & Devrient“ gegründet. Schnell entwickelte sich der Banknoten- und Wertpapierdruck zu einem erfolgreichen Geschäftsfeld. 1923 war G&D maßgeblich am Druck der Rentenmark beteiligt. Die Fertigungsanlagen wurden 1943 im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff schwer beschädigt.

1948 wurde das Unternehmen enteignet und in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt. Bis 1990 wurden in Leipzig alle Banknoten, Briefmarken, Dokumente und Pässe für die DDR hergestellt. Ein Jahr später verkaufte die Treuhand die Druckerei an Giesecke & Devrient. Der Standort wurde grundlegend saniert. Im Jahr 2000 wurde das Werk für die Fertigung von Euro-Banknoten zertifiziert.

G&D ist in drei Geschäftsfeldern tätig. Zu den Kunden in der Banknoten-Sparte gehören Zentralbanken in allen Teilen der Welt, aber auch Werttransportunternehmen und Kasinos. Neben dem Druck von Noten geht es unter anderem auch um Geldbearbeitungssysteme und den Bau entsprechender Anlagen. Weltweit sind nach Firmenangaben 480 Milliarden Banknoten im Umlauf, der Markt wachse jährlich um fünf Prozent. 85 Prozent aller Bezahlvorgänge im Einzelhandel würden weltweit bar abgewickelt. Deshalb: „Bargeld bleibt das wichtigste Zahlungsmittel weltweit“, sind die Münchner überzeugt. Die Süddeutschen bieten auch Lösungen im Bereich der mobilen Sicherheit an, stellen Bankkarten und Pass- und Ausweissysteme für Regierungen her.

Im vorigen Jahr kam Giesecke & Devrient auf einen Umsatz von 2,01 Milliarden Euro, eine Steigerung um 9,7 Prozent. Das Konzernergebnis lag bei 54,5 Millionen Euro. Weltweit werden 11.400 Mitarbeiter beschäftigt. Für dieses Jahr ist weiteres Wachstum angesagt. Er sei zuversichtlich, dass es ein erfolgreiches Jahr werde, sagte Schlebusch. Der Chef wechselt aus Altersgründen zum 1. November in den Beirat des Konzerns. Sein Nachfolger wird Ralf Wintergerste, derzeit in der Geschäftsführung für Innovationen verantwortlich.
Ulrich Milde

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