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Wirtschaft Regional "Wichtig, damit wir gutes Personal bekommen" - Leipziger Gastronom begrüßt Mindestlohn
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20:38 04.01.2015
Matthias Bremke - Chef des Revue-Theaters am Palmengarten. Quelle: André Kempner

Anfang Dezember hatten mehrere Gastronomen gegenüber der LVZ erklärt, dass der Mindestlohn im Gastronomiebereich zu deutlich steigenden Personalkosten führe, die durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden müssen. Eine Inflationsspirale werde in Gang gesetzt, die vor allem den Empfängern des Mindestlohns unter dem Strich weniger Einkommen beschere als zuvor, hatte zum Beispiel Auerbachs-Keller-Wirt Bernhard Rothenberger erklärt.

Bremke kann die Kritik seines Kollegen nicht nachvollziehen. "Es war lange klar, dass und in welcher Höhe der Mindestlohn kommen wird", sagt der Inhaber des Revuetheaters am Palmengarten, einer Kleinkunstbühne mit erweitertem Speisenangebot. Er selbst erwartet sich davon Vorteile. "Der Mindestlohn ist für unsere Branche sehr wichtig, damit wir wieder gutes Personal bekommen und unsere Qualität halten können", sagt der Gastwirt. "Bei bisher üblichen Stundenlöhnen von 5,50 bis 7 Euro für Pauschalkräfte wollte diese Jobs in Service, Küche und an der Bar kaum noch jemand machen." In anderen Branchen kämen auch Ungelernte schon auf 12 Euro pro Stunde. Da seien Arbeitsplätze in Restaurants mit schwierigen Arbeitszeiten, die noch dazu körperlich sehr anstrengend sind, kaum noch attraktiv. "Motiviertes, freundliches Personal ist doch entscheidend für unser Geschäft", so Bremke, der seinen Mini-Jobbern nach eigenen Angaben schon lange mehr als das Branchenübliche zahlt.

Ein weiteres Argument der Mindestlohn-Gegner, nämlich dass auch die Preise beim Wareneinsatz steigen würden, kann der Revuetheater-Chef nicht nachvollziehen. "Ich habe mittlerweile mit allen unseren Geschäftspartnern wie Wäscherei und Getränkelieferant Kontakt aufgenommen. Da gibt es kaum Preiserhöhungen." Denn viele Firmen hätten ihren Mitarbeitern bisher schon mehr als 8,50 Euro gezahlt, so dass sich da nichts ändern werde.

Eine Erfahrung der jüngeren Vergangenheit lässt Bremke bei den Ängsten seiner Kollegen gelassen bleiben. "Ich habe 2002 das Frosch-Café als erste Nichtraucher-Gastronomie in Leipzig eröffnet. Da haben mir alle gesagt, das kann nicht funktionieren. Inzwischen gibt es das allgemeine Rauchverbot, und für die meisten Restaurants ist die Entwicklung positiv verlaufen." So werde es auch mit dem Mindestlohn laufen, ist er überzeugt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.01.2015

Katrin Kleinod

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