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17:45 03.06.2018
Das Elbe-Stahlwerke Feralpi in Riesas. Der US-markt spielt hier keine Rolle. Quelle: dpa
Leipzig

 Die neuen US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium haben bisher kaum direkte Auswirkungen auf die Stahlwerke in Mitteldeutschland. Denn Stahl aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird kaum in die USA exportiert. Das größte Stahlwerk Sachsens, Feralpi in Riesa (Landkreis Meißen), liefert überhaupt nicht in die USA, Thüringens wichtigster Anbieter in Unterwellenborn (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) nur in sehr kleinem Umfang. Von den neuen Strafzöllen, die seit Freitag gelten, ist hier bisher daher wenig zu spüren.

Direkt betroffen ist dagegen die Aluminiumgießerei von Hydro Aluminium in Rackwitz (Landkreis Nordsachsen) vor den Toren Leipzigs. „Insgesamt sind die USA für uns ein wichtiger Markt. Wir sind deshalb von den Zöllen betroffen“, sagte ein Sprecher von Hydro Deutschland der LVZ. Und es werde auch Aluminium aus Deutschland dorthin exportiert.

Wie viel davon aus der Schmelze in Rackwitz mit ihren 52 Mitarbeitern kommt, könne er aber noch nicht sagen. Denn Rackwitz ist für die Firma, die zum norwegischen Norsk-Hydro-Konzern gehört, nur einer von mehreren Produktionsstandorten. „Wir gehen aber davon aus, dass das keine Auswirkungen haben wird – auch nicht auf die Arbeitsplätze.“

Keine US-Exporte aus Riesa

Keine Rolle spielt das US-Geschäft für das Elbe-Stahlwerke Feralpi in Riesa. „Wir exportieren nichts in die Vereinigten Staaten“, sagte Werksleiter Frank-Jürgen Schaefer der „Sächsischen Zeitung“. Das Stahlwerk Thüringen in Unterwellenborn liefert zwar in die USA – aber nur in geringem Umfang. Hauptmärkte seien Europa, Kanada und Mexiko, sagte Vertriebschef Rolf Wendler dem MDR.

Sorgen bereiten ihm daher eher die indirekten Auswirkungen: Wenn andere Anbieter, die bisher in die USA liefern, jetzt auf andere Märkte drängen, könnte das dort die Preise ins Rutschen bringen. Das würde dann auch das Werk in Thüringen treffen.

Ilsenburg schon seit einem Jahr betroffen

Schon Erfahrungen mit US-Strafzöllen hat man bei der Salzgitter-Tochter Ilsenburger Grobblech (750 Mitarbeiter) in Sachsen-Anhalt. Bereits vor einem Jahr hatte US-Präsident Donald Trump die Blecheprodukte aus dem Harz mit 23 Prozent Zoll belegt. „Seitdem liefern wir nicht mehr in die USA“, sagte ein Sprecher der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Mengen waren aber auch schon zuvor gering. Große Auswirkungen habe der Rückzug in Ilsenburg daher nicht gehabt.

Der Novelis-Konzern, der in Nachterstedt (Salzlandkreis) in Sachsen-Anhalt eines der größten Aluminiumwerke Europas betriebt, wollte sich auf Nachfrage nicht zu möglichen Auswirkungen der US-Zölle äußern. Bei BGH Edelstahl mit Werken in Freital und Lippendorf (Kreis Leipzig) war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Frank Johannsen

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