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22:30 16.09.2016
VDA-Präsident Matthias Wissmann sieht in TTIP eine große Chance für die EU. Quelle: dpa
Berlin

„Die Anti-TTIP-Bewegung will nicht informieren, sie will manipulieren“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Fakten und Chancen des Freihandels werden ignoriert – auf dem Feld der Argumente wird schon lange nicht mehr gespielt“, fügte Wissmann hinzu.

Der Anti-TTIP-Protest sei mitnichten das Ergebnis einer basisdemokratischen Bürgerbewegung, so der Vertreter der Autoindustrie. Vielmehr stecke ein Bündnis aus Organisationen und Kampagnenprofis dahinter. „Dass sie eine solche Durchschlagskraft erlangt haben, war nur möglich, weil sie Unterstützung in Teilen der Politik, insbesondere auch bei deutschen Politikern, hatten“, sagte Wissmann.

Die Bundesregierung soll Kurs halten

Der frühere Verkehrsminister forderte die Bundesregierung auf, sich weiter für das Freihandelsabkommen mit den USA zu engagieren. Noch sei das strategische Fenster für das Abkommen nicht geschlossen. „Die Bundesregierung muss bei TTIP Kurs halten und sich jetzt mit aller Kraft für einen Erfolg der Verhandlungen einsetzen.

Gerade für Deutschland mit seiner global agierenden Industrie ist ein barrierefreier Handel mit den USA entscheidend“, sagte Wissmann. „TTIP darf nicht einer Debatte zum Opfer fallen, die auf Angstmache und Populismus beruht“, erklärte der VDA-Vertreter weiter. Die Verhandlungspartner auf beiden Seiten des Atlantiks sollten mit Ehrgeiz am Ball bleiben. „Wenn TTIP scheitert, hat die EU eine große Chance vertan.“

„Qualität ist wichtiger als Geschwindigkeit“

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte, die Verhandlungen konstruktiv weiterzuführen. „Der abgesteckte Zeitrahmen für die TTIP-Verhandlungen ist von Beginn an sehr eng gesetzt gewesen, zumal TTIP ambitioniert ist“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dem RND. Qualität sei jetzt wichtiger als Geschwindigkeit. „Für die deutsche Wirtschaft ist das Ziel ein ausgewogenes Abkommen, das unnötige bürokratische Handelsbarrieren abbaut und europäische Schutzstandards erhält“, fügte Treier hinzu.

Von RND

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