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15:31 11.06.2018
Will am 24. Juni wiedergewählt werden: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: Foto: imago
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Isanbul

Wahlkampfmunition für den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan: Knapp zwei Wochen vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen am 24. Juni meldete das staatliche Statistikamt Turkstat für das erste Quartal ein Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent. Damit knüpft die Türkei an das Vorjahr an, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ebenfalls um 7,4 Prozent zulegte und damit sogar China und Indien übertraf.

Die starke Konjunktur überraschte die meisten Analysten, die für das erste Vierteljahr mit einem Plus von höchstens sieben Prozent gerechnet hatten. Getrieben wurde das Wachstum vor allem vom privaten Verbrauch, der gegenüber dem Vorjahresquartal um elf Prozent zunahm, und von Dienstleistungen mit einem Plus von zehn Prozent.

Inflation steigt auf über 12 Prozent

Für Präsident Erdogan sind die Wachstumszahlen im Wahlkampf eine gute Nachricht. Sie scheinen Sorgen um die Entwicklung der türkischen Wirtschaft zu zerstreuen. Über Twitter meldete Erdogan: „Wir sind stark ins neue Jahr gestartet und haben die Wachstumsrate des Vorjahres erreicht. Trotz aller Angriffe auf unsere Wirtschaft und aller Spielchen werden wir das starke Wachstum auf soliden makroökonomischen Fundamenten fortsetzen!“ Erdogan wirft den Oppositionsparteien vor, dass sie die wirtschaftlichen Erfolge seiner Regierung kleinreden und „alles zerstören wollen, was ich aufgebaut habe“.

Für die Bevölkerung werden die jüngsten Wachstumszahlen aber durch die hohe Inflation getrübt, die im Mai auf 12,15 Prozent stieg. Einer der Ursachen der Preisentwicklung ist der Wertverlust der türkischen Lira, die im Mai gegenüber Dollar und Euro auf ein Rekordtief gefallen war. Seit Jahresbeginn hat die Lira rund 15 Prozent ihres Außenwerts verloren. Dadurch verteuern sich Importe. Beunruhigend ist auch die Entwicklung der türkischen Leistungsbilanz, wie die am Montag veröffentlichten Zahlen der Zentralbank zeigen. Im April stieg das Defizit auf 5,4 Milliarden Dollar, gegenüber einem Fehlbetrag von 1,7 Milliarden im Vorjahresmonat.

Von Gerd Höhler/RND

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