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Wirtschaftszeitung Iris Hausladen: "Die Logistik bringt`s auf den Punkt"
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaftszeitung Iris Hausladen: "Die Logistik bringt`s auf den Punkt"
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12:32 26.10.2018
Iris Hausladen Quelle: HHL/Michael Bader

Die raum-zeitliche Gütertransformation ist eine der wesentlichen Kernaufgaben der Logistik, das heißt, sie überbrückt beispielsweise den Zeitpunkt der Herstellung bis zum Termin der Auslieferung bestellter Waren an den Kunden. Durch die Koordination von Material- und Informationsflüssen agiert die Logistik somit als effektiver Problemlöser, unter Einbezug eines komplexen Verbundes an Akteuren.

Die Logistik bringt’s also im wahrsten Sinne des Wortes in Mitteldeutschland – heute wie morgen, real wie digital. Leipzig/Halle hat sich in den vergangenen Jahren zu einem herausragenden Logistikstandort entwickelt, an dem Verlader aus unterschiedlichen Branchen (Industrie, Handel), Logistikdienstleister mit einem breiten Serviceportfolio, Betreiber logistischer Infrastrukturen, Investoren in Logistikimmobilien ein kompetentes Netzwerk an Logistikpartnern bilden, um den vielfältigen Herausforderungen des Marktes erfolgreich zu begegnen.

In den kommenden Jahren kann von einem steigenden Transportvolumen in Mitteldeutschland, in Abhängigkeit einer weiterhin positiven Wirtschaftsentwicklung, ausgegangen werden. Dabei erstreckt sich das Volumen auf ein breites Spektrum an Gütern. Ob nun Automobil, Chemie, Optik und Feinmechanik oder Biotechnologie – die Logistik bringt entsprechend der besonderen Anforderungen der jeweiligen Güter nahezu alles an Ort und Stelle. Auswirkungen von Technologieinnovationen wie 3-D-Druck, der Etablierung von Industrie 4.0-Konzepten auf die (regionale) logistische Nachfrage lassen sich aktuell jedoch noch sehr schwer prognostizieren.

Die Logistik bringt’s auf den Punkt. Das heißt, sie liefert beispielsweise Module zum vordefinierten Termin direkt ans Montageband (Just-in-Time), handhabt schwierige und zeitkritische Lieferungen in einer für den Kunden optimalen Weise und bietet somit eine hohe Servicequalität als auch Flexibilität an. Die Verfügbarkeit von Echtzeitdaten ermöglicht zukünftig eine noch bessere Steuerbarkeit der Logistikaktivitäten, insbesondere bei sehr hochwertigen Gütern. „Schnelle Region für schnelle Logistik“ ist zu einer prägenden Philosophie der Logistik-Akteure in Mitteldeutschland geworden.

Zur Person

Iris Hausladen (47) ist Professorin und Lehrstuhlinhaberin Heinz Nixdorf Chair of IT-based Logistics an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Optimale Voraussetzungen

Eng verknüpft mit der Frage des „wann“ ist der räumliche Bezug der Logistik, also das „wo“ (woher/wohin). Die herausgehobene Lage des Luftfrachtdrehkreuzes Leipzig/Halle bietet optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Distributionsstandort, im Sinne eines europäischen Gateways sowie eines Logistikhubs. Insofern werden Güter befördert, die zum einen in Mitteldeutschland produziert werden, zum anderen erfolgt der „Transit“ von Waren aus verschiedenen Regionen und Ländern in andere Länder und Kontinente.

Zum Thema: Mehr Beiträge aus der LVZ-Wirtschaftszeitung

Neben dem Luftfrachtdrehkreuz werden in Mitteldeutschland logistische Infrastrukturen nachhaltig ausgebaut. Hierzu zählen Schwerpunkte wie Container-Terminals, Zugbildungsanlagen, Schienenanbindung an Terminals, Autobahnausbau, Erweiterung Güterverkehrszentrum. Der Einsatz von Gigalinern auf deutschen Straßen sowie die Bedarfsermittlung für Schwerlasttrassen spiegeln das komplexe Geflecht an logistischer Struktur- und Verkehrsplanung exemplarisch wieder. Intelligente Konzepte für die Letzte Meile fokussieren auf die Realisierung nachhaltiger Lösungen zur Distribution in Innenstadtbereichen sowie auf die Einbindung logistischer Infrastrukturen in Gewerbe- sowie Wohngebieten. Autonome Fahrzeuge, Ansätze zur vollautomatisierten Be- und Entladung von Transportmitteln und. Ladeeinheiten, der potenzielle Einsatz von Frachtdrohnen bis hin zu cloudbasierten Sendungsverfolgung spannen den technologischen Rahmen für die Logistik 4.0 auf.

Viel zu tun

Damit es die Logistik auch weiterhin in Mitteldeutschland „auf den Punkt bringt“ – real und digital, bedarf es weitergehender Investitionen, etwa in den Breitbandausbau, die Forcierung von Digitalisierung, die Entwicklung intelligenter Gesamtkonzepte zur Integration von Industrie, Handel, Logistik sowie Leben, Wohnen und Arbeiten im gesamtgesellschaftlichen Kontext, die Förderung interdisziplinärer Aus- und Weiterbildung sowie entsprechender Studiengänge, die Intensivierung praxis- und transferorientierter Forschung, die Verbesserung der Attraktivität von Logistikberufen zur Deckung des Fachkräftemangels sowie die Etablierung risikopolitischer Rahmenbedingungen etwa zum Thema Datenschutz und zur IT-Sicherheit. Es gibt also noch viel zu tun. Wie sagt der Logistiker: „Packen wir es an“.

Iris Hausladen

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