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Wirtschaftszeitung Leipzigs liebste Limonade: „Meiner Mötts“ gibt es dank viel Beharrlichkeit
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaftszeitung Leipzigs liebste Limonade: „Meiner Mötts“ gibt es dank viel Beharrlichkeit
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09:19 12.12.2018
Leipziger Limonade-Hersteller: Katerina Mansfeld (links) mit Tochter Sophia. Quelle: Christian Modla

Die besten Ideen kommen an den ungewöhnlichsten Orten. Im Fall von „Meiner Mötts No.9“ war es das Auto der Familie Mansfeld auf dem Weg von Leipzig nach Köln. Mutter Katerina, Tochter Sophia sowie Vater Torsten hatten zuvor schon oft überlegt, das bei Familie und Freunden so beliebte Limonadenrezept der sizilianischen Großmutter neu zu beleben. „Was braucht es denn, um unsere Limo in Flaschen abzufüllen?“ stellte Sophia, damals gerade erst 15 Jahre jung, die  entscheidende Frage. „Gib mir drei Tage Zeit, darüber nachzudenken“, kam die Antwort von Familienoberhaupt Torsten – 72 Stunden später erfolgte der Startschuss.

Zeit ist Geld, das gilt auch im Brause-Business

Das Familien-Trio ging es gemeinsam an, doch so schnell, wie es sich die Mansfelds gedacht hatten, lief es dann nicht. Statt schneller Erfolge folgten organisatorische Rückschläge, auch das Produkt selbst musste angepasst werden. „Die Herausforderung war für uns, das Rezept so umzustellen, dass es auch in industriellen Größen angewendet und abgefüllt werden konnte“, erinnert sich Katerina Mansfeld. Im heimischen Kessel schmeckte die Limonade mit den neun natürlichen Grundzutaten (verschiedene Citrus-Früchte plus Petersilie, Melisse, Minze und Basilikum) immer gleich lecker – das Ergebnis der Abfüller wich jedoch zu oft vom gewünschten Geschmack ab. Weitere Experimente folgten, neue  Partner mussten gesucht werden, wieder gab es Verzögerungen.

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Zeit ist Geld, das gilt auch fürs Brause-Business: „Für die Firmengründung und Verwirklichung unserer Idee habe ich einen privaten Kredit im niedrigen fünfstelligen Bereich aufgenommen“, sagt Katerina Mansfeld. Irgendwann ist eine solche Summe auch bei der sparsamsten Familie verbraucht, Fortschritte mussten her. Die resolute 41-jährige Tschechin mit italienischen Vorfahren sah – und sieht – das nicht als Belastung, sondern als Ansporn. „Für seinen Erfolg muss man eben arbeiten.“ Ihr Geld verdienen Mutter als auch Tochter im Einzelhandel, Mötts ist ihr nebenberufliches Projekt. 

Entwicklung geht weiter: Nachfrage für kleine Flaschen steigt

Die Produktion im größeren Stil lief erst 2016 an, im Herbst des Jahres sollten die ersten Kunden mit dem Produkt versorgt werden. Doch auch dieser Start ging fast schief: „Die erste Lieferung kam ohne Etikett bei uns an. Wir mussten 15.000 Flaschen zum Abfüller zurückschicken, um sie bekleben zu lassen.“ Einen Monat später gingen die ersten Kästen an die Besteller, Krise bewältigt. 

Mittlerweile sind schon viele Leipziger und Mitteldeutsche auf den spritzigen Geschmack des Erfrischungsgetränks gekommen, zu kaufen gibt es die Limo in den Leipziger Konsum-Filialen, in der Gourmetage, im Selgros, aber auch in Dresdner Konsumgeschäften. In Rostock, Erfurt, Halle, Jena und Magdeburg können sich Durstige am veganen Inhalt der grünen Flasche ebenso laben. Eine spezielle Vertriebsgesellschaft wurde gegründet, um Mötts einen größeren Markt und mehr Bekanntheit zu verschaffen.

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Doch die Entwicklung hört damit nicht auf: „Wir werden von vielen Barkeepern angesprochen, ob wir nicht auch in kleineren Flaschen abfüllen könnten“, skizziert die angehende BWL-Studentin Sophia Mansfeld einen der weiteren Schritte. Denn Mötts lässt sich durch den geringen Zuckergehalt gut mit Alkoholika mischen, die Kräuter nehmen einigen Spirituosen die Bitterstoffe, lassen bei anderen eine starke Aromenentfaltung zu. Die Herausforderung hierbei: Die handelsübliche Mötts-Flasche fasst 0,33 Liter, in den Bars wird meist mit speziellen Abfüllungen von 0,2 Litern gearbeitet, um stets Frische anbieten zu können. „Dieser speziellen Anforderungen der Drink-Spezialisten möchten wir gern nachkommen.“

"Meiner Mötts" ist in Leipziger Konsum-Filialen, in der Gourmetage und im Selgros zu haben. Mittlerweile kann man die Limo aber auch in Dresdner Konsumgeschäften, in Rostock, Erfurt, Halle, Jena und Magdeburg kaufen. Quelle: Christian Modla

Für 2019 stehen für die „Meiner Mötts Erfrischungs UG“ weitere Präsentationen auf großen Lebensmittel- und Barkeeping-Messen auf dem Programm, Geschäfte im Norden und Süden nehmen Leipzigs liebste Limonade ins Sortiment auf. „Wir werden langsam wahrgenommen im Markt“, ist die Tochter stolz. Eine Frage kommt dann doch bei fast jeder Verkostung oder Präsentation auf: Was bedeutet eigentlich der Produktname? „Ich habe als Kind immer ´meine Mött´ statt
´meine Mama´ zu Katerina gesagt“, erläutert Sophia. Ins Hochdeutsche übersetzt heißt das Produkt also ganz simpel „Die Limonade meiner Mutter“.

von Frank Schmiedel

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