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Wirtschaft Zuckersteuer soll Kinder vor Übergewicht bewahren
Nachrichten Wirtschaft Zuckersteuer soll Kinder vor Übergewicht bewahren
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14:46 06.04.2018
Großbritannien hat am Freitag die Zuckersteuer eingeführt und möchte damit gegen Übergewicht bei Kindern vorgehen. Quelle: dpa
London

Frankreich, Ungarn und Mexiko haben sie bereits, am Freitag hat auch Großbritannien die Zuckersteuer eingeführt. Vor allem Fans von süßen Softdrinks müssen also künftig tiefer in die Tasche greifen, denn die neue Steuer wird auf Getränke mit zugesetztem Zucker erhoben. Mit der Maßnahme will die Regierung gegen Übergewicht bei Kindern vorgehen. Studien zeigen, dass diese rund ein Fünftel ihres Zuckers allein durch Limonade zu sich nehmen. Das Steuergeld soll gut investiert werden: Es kommt dem Schulsport zu Gute.

Hersteller und Kunden zahlen mehr

Nicht nur Käufer müssen mehr für Zucker zahlen: Die Hersteller müssen ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter eine Sonderabgabe von 18 Pence (gut 20 Cent) zahlen, bei mehr als acht Gramm Zucker im Getränk werden 24 Pence fällig. Sollten die Hersteller daraufhin ihrer Preise erhöhen, merken auch Verbraucher die Auswirkungen der neuen Steuer. Erhoben wird die Steuer ausschließlich auf Getränke, denen Zucker zugesetzt wird, davon ausgeschossen sind beispielsweise Fruchtsäfte oder zuckerfreie Limonaden. Die Regierung rechnet im ersten Jahr mit Einnahmen von umgerechnet rund 275 Millionen Euro.

Coca Cola will Zuckergehalt senken

Immer mehr Supermärkte haben bereits angekündigt, die Rezepturen ihrer Eigenmarken freiwillig zu ändern. Auch Coca-Cola will den Zuckergehalt seiner Limonaden in Europa bis 2020 durchschnittlich um 10 Prozent verringern. In Großbritannien sind Fanta und Sprite bereits weniger süß.

Auch in Deutschland fordern Verbraucherorganisationen wie Foodwatch eine Abgabe für überzuckerte Getränke. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) warnte zuletzt allerdings vor einfach klingenden Lösungen. „Es mag zwar sein, dass der Zuckergehalt in manchen Produkten sinkt. Das gilt aber nicht automatisch für den Gesamtkaloriengehalt“, sagte sie. Sie wolle eine „Gesamtstrategie“ zum Reduzieren von Fett, Zucker und Salz angehen.

Von dpa/RND/lf

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