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10:46 06.04.2018
Fleißiges Bienchen: Das Tier sammelt von einem blühenden Weidekätzchen die Pollen ein. Quelle: dpa
Berlin

Die Nase trieft, die Augen jucken, tränen und werden rot. Etwa 15 Prozent der Deutschen werden an diesem schönen, warmen Wochenende mit diesem Symptom zu kämpfen haben. Denn der rasante Temperaturanstieg mit dem Aufblühen der Natur kann Allergikern bis zu drei Leidenswochen bescheren.

Eine Explosion der Birkenblüte

„Wir rechnen in wenigen Tagen in ganz Deutschland mit einem massiven Pollenflug bei der Birke“, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin. Durch die kalten Wochen im Februar und März habe sich die Blüte verzögert. Nun aber sei mit einer kleinen Explosion zu rechnen. „Und zwar bei allen Birken gleichzeitig, egal ob an sonnigen oder schattigen Standorten“, ergänzt Dümmel. Auf natürliche Weise könne Allergikern nur viel Regen helfen, der Pollen zu Boden drücke. „Danach sieht es aber in der nächsten Woche nicht aus.“

Birken können pro Kubikmeter Luft tausende Pollen freisetzen. In der Regel seien es auf diesem kleinen Raum 3000 bis 5000 Pollen, erläutert Dümmel. Sehr schlecht für Allergiker sei trockenes und windiges Wetter. Dann fliegen Pollen besonders gut. Die Birke blühe rund 20 bis 25 Tage lang, erläutert Dümmel.

Von Hasel und Eichel droht kein Ungemach

Von Hasel und Erle drohe dagegen kein Ungemach mehr. „Die sind jetzt mit ihrer Blüte durch“, sagte Dümmel. Ab Mai beginne dann die Gräserblüte, die ebenfalls vielen Allergikern zu schaffen mache.

Dümmel rät Allergikern, die sehr stark auf Birkenpollen reagieren, zu Medikamenten. Sonst helfe es, vor dem Betreten von Innenräumen Schuhe und Jacke auszuziehen und möglichst im Eingangsbereich zu lassen. Kleidungsstücke von draußen sollten auf keinen Fall mit im Schlafzimmer liegen. Bei langen Haaren sei es ratsam, sie vor dem Schlafengehen zu waschen. „Damit verschwinden auch die Pollen“, sagte Dümmel.

Pollen-Apps zeigen die Daten an

Wie und wann Pollen fliegen, darüber informiert auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) mithilfe eines aktuellen Pollenflug-Gefahrenindex über die acht allergologisch wichtigsten Pollen in Deutschland. Dieser lässt sich je nach Pollenart in einer 3-Tages-Prognose für ganz Deutschland darstellen und wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst erstellt. Auch mit sogenannten Pollen-Apps, die kostenlos verfügbar sind, lassen sich aktuellen Daten rund um den Pollenflug direkt auf dem Smartphone nachlesen.

Und die Mücken machen sich bereit

Wer kommt, sind dagegen die Mücken. Wenn die Temperaturen von stehenden Gewässern auf mehr als zehn Grad ansteigt, schlüpfen vielerorts Mückenlarven. Je nach Wassertemperatur entwickeln sie sich in fünf bis vierzehn Tagen zum fertigen Insekt. In dieser Zeit versuchen Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) und seine Kollegen, die Brutstätten aufzusuchen und die lästigen Blutsauger mit biologischen Wirkstoffen zu bekämpfen. Entgegen der landläufigen Meinung hat die Zahl der Mücken nichts mit den Temperaturen im Winter zu tun. „Das ist ein hartnäckiges Märchen“, sagt Reichle. Die Eier der meisten Mückenarten seien sehr resistent gegen Kälte.

Von RND/dpa

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