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Wissen Chinas Mondmission: Pflanze hat Weltraumkälte nicht überlebt
Nachrichten Wissen Chinas Mondmission: Pflanze hat Weltraumkälte nicht überlebt
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14:22 17.01.2019
Auf diesem undatierten Foto, das von der chinesischen Mondsonde „Chang'e 4“ gesendet wurde, sind keimende Baumwollsamen zu sehen. Lange haben sie jedoch nicht überlebt. Quelle: /XinHua/dpa
Peking

Der Baumwollspross hat eine eisige Mondnacht nicht überlebt. Das berichtet der chinesische Nachrichtendienst Xinhua zwei Tage nach der Verkündung, dass die Samen gekeimt haben. Für die Forscher sei das keine Überraschung. „Leben in dem Kanister würde die Mondnacht nicht überstehen“, sagt der Chef des Experiments, Professor Xie Gengxin von der Universität in Chongqing, gegenüber Xinhua.

Mit dem Kanister meint der Forscher das 2,6 Kilogramm schwere Mini-Gewächshaus der chinesischen Mondsonde „Chang’e 4“, befüllt mit Erde, Wasser, Luft, zwei Kameras und einem Wärmekontrollsystem. Wobei letzteres wohl nicht viel gebracht zu haben scheint. In dem Gewächshaus befanden sich Samen von Raps, Baumwolle, Kartoffeln, Schaumkresse sowie Hefe und Eier von Fruchtfliegen. Noch auf der Erde wurde die Saat in einen Ruhemodus versetzt. Erst nach der Landung auf der Rückseite des Mondes bekam ein Roboter den Befehl, die Saat zu wässern und mit Licht zu versorgen.

Kartoffel könnte Weltraumnahrung Nummer eins werden

Letztendlich schaffte es nur die Baumwollsaat, zu keimen. Doch dann wurde es eisig kalt und der Sprössling überlebte die Mondnacht, in der es bis zu minus 170 Grad Celsius kalt werden kann, nicht. Damit ist das Experiment für beendet erklärt. Der Inhalt des Gewächshauses wird nun im Inneren des Kanisters verrotten und soll die Umwelt des Mondes nicht beeinflussen, erklärt die China National Space Administration (CNSA) gegenüber Xinhua.

Aber warum haben sich die Chinesen ausgerechnet für diese Saaten und Eier entschieden? Wissenschaftler Xie erklärt, dass Kartoffeln für künftige Weltraumreisende ein essenzielles Nahrungsmittel darstellen könnten. Bei der Schaumkresse überzeugte lediglich das schnelle Wachstum. Bei der Hefe wiederum vermuteten die Forscher, dass sie eine Rolle bei der Kohlenstoffdioxid- und Sauerstoffregulierung spielen könnte. Und Fruchtfliegen wären diejenigen, die in dem kleinen Biotop von der Photosynthese profitiert hätten.

Reis und Kresse keimten in 400 Kilometer Höhe

Auch wenn der Spross die kalte Nacht nicht überstanden hat, haben die Chinesen gezeigt, dass Pflanzenwachstum mit ein bisschen Nachhilfe auf dem Mond funktionieren kann. Xie hofft, dass die Erkenntnisse seines Experiments bei der Planung von zukünftigen Mondstationen helfen.

China erprobte den Anbau von Organismen schon in anderen Experimente, allerdings „nur“ in 400 Kilometern Höhe. Dort gelang es, Kresse und Reis zum Wachsen zu bringen. Jedoch sind die Umstände auf dem 380.000 Kilometer entfernten Mond doch um einiges komplexer.

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Von RND/Lisa-Marie Leuteritz

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