Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Das sind die häufigsten Erziehungs-Fehler
Nachrichten Wissen Das sind die häufigsten Erziehungs-Fehler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:09 16.09.2016
Eltern machen ihre Kinder zu kleinen Narzissten, findet Kinder- und Jugendtherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger. Quelle: Roman Espelt/dpa
Anzeige
Wien

Die Folge der Erziehungs-Fehler seien kleine Narzissten, die nur an ihr eigenes Wohl denken. Im Interview erklärt die Kinder- und Jugendtherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger, was die häufigsten Fehler sind. 

Was läuft in der Erziehung Ihrer Sicht nach häufig falsch?

Eltern fällt es schwer, zwischen Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kinder zu entscheiden. Bedürfnisse wie Sicherheit und Zuwendung sind wichtig für das Gedeihen. Ein Computerspiel ist es nicht. Außerdem werden zu wenig Grenzen gesetzt, aus Angst, dass ihr Kind sie sonst nicht mehr mag. Aber damit sind Eltern völlig auf dem falschen Dampfer. Mein Kind muss sich an mir orientieren, nicht umgekehrt.

In Ihrem Buch beschreiben Sie, wie Kinder einfach ausrasten, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Wie sollen Eltern bei einem akuten Wutanfall reagieren?

Das hängt natürlich vom Alter ab. Bei einem kleinen Kind muss ich schauen, dass es sich nicht verletzt. Dann versuche ich, es aus seinem Anfall herauszubringen - etwa indem ich es hochnehme und mit ihm spreche. Bei einem sieben- oder achtjährigen Kind geht es darum, „Stopp“ zu sagen, es gegebenenfalls festzuhalten und zu sagen: „Es ist jetzt Schluss damit.“

Wie lange haben Eltern überhaupt Einfluss auf ihr Kind?

Mit 15, 16 ist der Zug abgefahren. Es gibt aber auch Fälle, wo 12-Jährige ihre Eltern schon nicht mehr als Führungsautorität akzeptieren.

Wovon hängt das ab?

Ob die Bindung und die Beziehung geglückt ist. Das funktioniert über viele kleine Dinge im Alltag, dass man Dinge gemeinsam erlebt, Zeit verbringt, dem Kind Zuwendung gibt. Streit gehört dabei dazu. Hauptsache, man bleibt im Dialog.

Wenn das Lob der Kinder kein geeigneter Maßstab für eine gelungene Erziehung ist, woher wissen Eltern dann, dass sie einen guten Job machen?

Das merken Sie daran, dass Ihr Kind ausgeglichen ist und einen Selbstwert hat. Dass es Träume und Wünsche für sein Leben hat, Pläne schmiedet und nicht nur einfach irgendwie durchkommen will.

Von RND/dpa/Julia Kirchner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Atlantik vor der Küste Neu-Englands hat US-Präsident Obama ein weiteres großes Meeresschutzgebiet ausweisen lassen. Das stößt jedoch auf erhebliche Kritik aus der Fischereibranche.

15.09.2016

Er war wohl überwiegend auf zwei Beinen unterwegs und das nicht unter gleißender Sonne, sagen Forscher über einen Saurier, der vor mehr als 100 Millionen Jahren lebte. Erstaunlich ist, wie sie zu diesem Schluss kamen.

15.09.2016

Eingebrochen sei die Vergabe privater Wohnimmobilien-Kredite, klagen manche Sparkassen. Schuld seien die seit Frühjahr geltenden neuen EU-Regeln. Aber gibt es dafür überhaupt eindeutige Belege?

23.08.2017
Anzeige