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Wissen Europa empfängt endlich Galileo-Daten
Nachrichten Wissen Europa empfängt endlich Galileo-Daten
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11:54 15.12.2016
Mit den Galileo-Daten aus dem Weltall will sich Europa von Amerika lösen. Quelle: ESA
Paris/Brüssel

Mehrkosten in Milliardenhöhe, Streit, Verzögerungen und eine große Panne im All: Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo stand lange unter keinem guten Stern. Jetzt aber kann die EU-Kommission den Schalter umlegen, mit acht Jahren Verspätung gehen an diesem Donnerstag erste Galileo-Dienste an den Start. Damit können die Signale der europäischen Satelliten zur Positionsbestimmung etwa für Kartendienste auf Smartphones genutzt werden. Ein Schritt zu europäischer Unabhängigkeit in einem strategisch wichtigen Bereich.

Der Jubel in Brüssel ist groß, dort feiert man Galileo als Symbol für die Vorteile eines geeinten Europas. „Kein europäisches Land hätte das im Alleingang vollbringen können“, erklärte Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska.

Daten für Autos, Bauern und Banker

Positionsdaten aus dem All haben schon jetzt eine wichtige Bedeutung, die künftig noch wachsen wird. Selbstfahrende Autos sind ebenso darauf angewiesen wie Maschinen zur automatischen Düngung von Feldern. Banken brauchen die präzisen Zeitangaben der Satelliten für ihre Transaktionen, und auch das Militär verwendet die Daten.

Bislang muss Europa dabei auf Technik anderer Länder vertrauen, vor allem das amerikanische GPS, das vom US-Militär kontrolliert wird und damit in einer Krise auch abgeschaltet werden könnte. Dies ist das zentrale Argument der Europäer für das Prestigeprojekt von EU-Kommission und Raumfahrtagentur Esa, das wegen der hohen Kosten immer wieder in die Kritik geriet. Zudem versprechen sie, dass Galileo deutlich genauer ist und damit neue Möglichkeiten eröffnet.

2020 ist die ganze Welt im Blick

Bis Europäer sich allein auf das eigene System verlassen können, werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen. Galileo startet mit vielen Einschränkungen: Erst 2020 werden genug Satelliten im All sein, um die ganze Welt abdecken zu können.

Seit der Entscheidung für Galileo sind bereits 17 Jahre vergangen, ursprünglich hätten die Dienste bereits 2008 an den Start gehen sollen. Wegen Streitigkeiten unter den Firmen eines einst vorgesehenen Industrie-Konsortiums sowie den Regierungen um den Sitz von Kontrollzentren gab es aber immer wieder Verzögerungen. Auch die Kosten explodierten. Während ursprünglich von drei Millionen Euro die Rede war, sind für Entwicklung und Betrieb nun 13 Milliarden Euro bis 2020 angesetzt.

Von RND/dpa

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