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Wissen Fastenzeit ist Wohlfühlzeit?
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17:25 11.03.2018
Professor Ingo Froböse ist Leiter des Gesundheitszentrums an der Sporthochschule Köln und gibt an dieser Stelle regelmäßig Tipps. Quelle: Monika Sandel
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Köln

Der eigentliche und religiöse Hintergrund der christlichen Fastenzeit ist vielen heute gar nicht mehr präsent: durch das bewusste Fernbleiben von Genussmitteln bis zum Osterfest den Glauben und die Besinnlichkeit wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Diese Vorbereitung auf Ostern beginnt 40 Tage vorher mit dem Aschermittwoch und endet an Gründonnerstag. Der Ursprung des Fastens liegt also in der Rückkehr hin zu einem maßvollen Leben.

Auf keinen Fall hungern!

Ein massives Kalorieneinsparen über die 40 Tage ist dazu allerdings der falsche Weg. Wer fastet, sollte sich von dem Wunsch verabschieden, in kürzester Zeit viele überflüssige Pfunde zu verlieren! Hungern sollten Sie – Fastenzeit hin oder her – nämlich auf keinen Fall! Vor allem mit dem Verzicht auf essenzielle Lebensmittel schadet man dem Körper mehr, als dass man ihn „entgiftet“.

Wie faste ich am besten?

Bei fast allen Fastenarten gilt: Verzichten Sie auf Überflüssiges, aber geben sie ihrem Körper trotzdem, was er braucht. Der Grundumsatz – sprich die Menge an Energie, die der Körper in Ruhe für die Aufrechterhaltung aller Funktionen benötigt – sollte gedeckt werden. Streichen Sie also keine lebensnotwendigen Kalorien. Zusätzlich ist es wichtig, während der ganzen Fastenzeit regelmäßig und ausreichend viel zu trinken. Die Empfehlung liegt bei 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für gesunde Personen. Auch ausreichend Schlaf ist essenziell für die Gesundheit während des Fastens. Das Fasten schwächt je nach Fastenart in den ersten Wochen das Immunsystem, deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht bekommen.

Perfektes Fasten-Duo: Bewegung und Vitamine

Um die Entgiftung in Gang zu bringen, hilft es auch, sich zu bewegen. So regen Sie den Lymphfluss in Ihrem Körper an und sorgen dafür, dass das Gewebs- und Zellwasser gereinigt und ausgetauscht wird. Achten Sie zudem auf eine vitaminreiche Ernährung: Das bedeutet vor allem reichlich Magnesium, Kalzium, Kalium, Zink und Vitamin C über die Nahrung zu sich nehmen. Wenn Sie diese Tipps beachten, dann werden Sie bald merken, wie Sie sich, obwohl sie fasten, rundum wohler fühlen.

Fasten ist nicht gleich Fasten

Es gibt verschiedene Methoden, um zu fasten. Sie können zum Beispiel auf unnötige Genussmittel verzichten. Statt sich tagelang auszuhungern, verzichten Sie bei dieser Form nur auf Nahrungsmittel, die keinen Nutzen für den Körper haben und ihm eher sogar schaden können wie Süßigkeiten, Tabak, und Alkohol. Diese Art von Fasten hat einen positiven Effekt auf das körperliche Wohlbefinden. Außerdem gilt: Wenn der Verzicht gut gelingt, kann man das Fasten auch über die Fastenzeit hinaus ausweiten und die Ernährung vollständig umstellen!

Eine weitere Methode ist das Intervallfasten: Hierbei legen Sie ein oder zwei Tage in der Woche vorab fest, an denen Sie weniger, bewusster und gesünder essen. Dadurch fällt es einem leichter, 40 Tage durchzuhalten.

Halten Sie durch!

Strategien zum Durchhalten sind in der Fastenzeit das A und O. Dazu empfiehlt es sich: Planen Sie Ihren Einkauf und Ihre Mahlzeiten gezielt vorher zu Hause und schreiben sich einen Einkaufszettel.

Damit die Motivation erhalten bleibt, setzen Sie sich in kleinen Etappen realistische Ziele. Seien Sie währenddessen nicht zu streng mit sich selbst und verzeihen Sie sich, wenn mal etwas nicht nach Ihren Vorstellungen läuft. Als Motivationsverstärkung können Sie auch Belohnungen zwischendurch einbauen – wie einen Wellnessabend. Verstehen Sie die Fastenzeit also vielmehr als Wohlfühlprogramm für Ihren Körper, in dem Sie ihm alles liefern, was er zum gesunden Leben braucht.

Von Professor Ingo Froböse/RND

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